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Wie Postell durch die Umtriebe einer einflussreichenrührigen Partei, welche wohl mit den Jesuiten und GeorgEder's Anhang in Verbindung stand, den Aufenthalt inWien nicht auf längere Zeit ansprechend gefunden und da-her die Stadt bald wieder verlassen hatte, 1 ) ähnlich war esauch bei Widmanstetter der Fall, so sehr er auch die Gunstdes Kaisers Ferdinand besass. Ermüdet von den beständi-gen Kämpfen gegen die Anfechtungen und Verläumdungeneiner versteckten Clique, die meist durch Pasquille zu wirkensuchte, legte der gelehrte und bescheidene Orientalist, derauch numismatische Studien betrieb 2 ) und weder Ehren nochäusseren Glanz suchte, seine Aemter nieder und zog sichschon nach dem dritten Jahre seines Wirkens zu Wien indie Einsamkeit seines Studirzimmers zurück 3 ) (1556).
Er verliess Wien und unter dem Namen Doctor Lu-cretius, den er schon früher bei seinen kleinen poetischenProductionen geführt hatte, 4 ) begab er sich nach Regensburg,wo er als Canonicus 1575 starb." 1 ) Seine Büchersammlung,
nuel Tremellius 1569 in Genf ein solches Buch heraus, aber es wardieses ein nicht gelungenes Werk.
') Widmanstad spricht in der Praefatio zu der syrischen Evan-gelienübersetzung davon.
2) Vgl. Denis, W. B.G., S. 565. Er unterstützte den W. Lazius heiseinen numismatischen Arbeiten.
') Kink, Gesch. der Univ. Wien I. 1 S. 271, Note 324: „Er hatte soviele Anfechtungen durch Verläumdungen, Pasquille u. dgl. zu erdulden,dass er schon 1555 um Amtsenthebung bat." — Cod. Austr., Tbl. II)S. 217, führt ihn unter den Regierungskanzlern auf: „Joh. Albr. Wid-.mannstätter hat biß ad annum 1556. in diesem Officio continuirt, sollhernach ein Canonicus worden seyn."
*) Vergleiche das Carmen Widmanstadii ad Phil. Gundelium unddessen Antwort in vier Distichen in der syrischen Evangelienübersetzung.(Denis, Gareil. Bibl., 8. 290; W. B.-G., S. 101, 565 und 634.) Dieser andereName hiess vo.'lständig Joannes Lucretius Aesiander.
5 ) Jac. Strada in der Praef. ad J. Caesar., Francof. 1575, sprichtvon der „Bibliotheca doctoris Lucretii Canonici Ratisbonensis, viri nonlatinae modo, graecae ac hebraeae, sed multarum aliarum peregrinarum