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Die Wiener Universität und ihre Gelehrten 1520 bis 1565
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Johann Aicholz, beigenannt Austriacus, wahrschein-lich aus Wien, wo er wohlhabender Hausbesitzer war. 1 ) Ergehörte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu denrenommirtesten Aerzten der Hauptstadt und zu den ange-sehensten Mitgliedern der medicinischen Facultät, 2 ) derenDecan er fünfmal war, deren Professur der theoretischenMedicin er in den letzten Jahren seines Lebens bekleidete. 3 )

Nicht nur in der Arzneikunde zeichnete er sich aus,sondern auch in mehreren philosophischen Disciplinen 4 ) be-sass er nicht gewöhnliche Kenntnisse. Auch hatte er denDoctorgrad in der Philosophie erlangt und legte mehrfacheBeweise von seinem oratorischen Talente ab. 5 ) Bei dem

') Er besass das Haus Wollzeile Nr. 864, Ecke der Strobelgasse,seit 1556; früher hatte er auch das Haus Nr. 243 auf dem Kienmarktbesessen. Vgl. Birk, Material, zur Topogr. der Stadt Wien, in den Be-richten und Mittheilungen des Wiener Alterthumsvoreins, Wien 1869,ß d. X, S. 110 und 157, und Eeichardt auf der hier folgenden S. 120, Note 6.

2 ) Eder, Catal. Rect. ad a. 1555, p. 87 und ad a. 1559, p. 99.

3 ) Locher, Spec. Acad., p. 127 f 11. Die Decanate fallen in die Jahre1559, 1570, 1575, 1586 und 1587. Professor Medicinae Theoriae wird er1580 genannt.

4 ) Rosas, Medic. Facultät in Wien II. ' S. 68 (vom Jahre 1558).

r> ) Sorbait, Catal. Rect. p. 121 ad a. 157.1: „(Reetor) Jo. Aicholtz,Philos. ac Med. Doctor, ejusdemque celeberrimus Professor. Qui Jo. Casp.Neupeck, BS. Theol. Doct., Friburgi Brisg. Prof. et Concionatorom, a Max. II.«Op, Episcopatui Vienn. Pracfectum, nomino Universitatis oratione gra-tulatoria oxeopit, vir undiquaquo doctissimus."