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Reorganisation anzuregen, nun sich entschloss, selbst die Sachein die Hand zu nehmen und bei der ohnehin vorherrschen-den Zeitriclitung alte Schäden zu beseitigen und Besseres andie Stelle zu setzen, kurz eine gründliche Universitäts-reformation nach neuen Grundsätzen und auf veränderterBasis ins Leben zu rufen.
Ausser der dringenden Notwendigkeit, welche zu refor-miren gebot, war auch für Ferdinand der günstige Momentzu selbstständigem Handeln eingetreten.
Die politische Weltlage hatte sich im Laufe von wenigenJahren für das habsburgische Haus günstiger gestaltet: mitFrankreich war eine Waffenruhe eingetreten, die Türken-gefahr war glücklich vorerst abgewendet, die kirchlichenWirren und der Religionskrieg im deutschen Reich warendurch die Kaiserkrönung Karls V. und die Wahl Ferdinandszum römischen König, wie auch vorzüglich durch den Nürn-berger Religionsfrieden einigormassen beschwichtigt. Fer-dinand erhielt nun freiere Hand in seinen Erbländern, dienöthigen Verbesserungen und Einrichtungen zu treffen, unddazu gehörte vornehmlich die Reorganisation der ganz ver-fallenen Universität Wien.
Wenn auch als Grundlage die alte Universitätseinrich-tung mit gewissen Rechten, Privilegien und Immunitäten fort-bestehen sollte, so ging man doch bei dem neuen Bau voneinem ganz anderen Geiste aus. Die autonome clericaleCorporation konnte bei der neuen Zeitströmung nicht mehrin ihrer Geltung bleiben. Da, wo der Landesfürst für seineZwecke und zum Dienste des Staates ein Institut einrichtete,konnte der kirchliche Charakter nicht mehr im Vordergrundstehen.
Nur insoweit als das christliche und zunächst das kirch-lich-katholische ein wesentliches Element im Staate bildete,fand es Berücksichtigung, sonst aber durfte es nicht mehr,wie dies früher bei den höheren Unterrichtsanstalten des