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Die Grisardis des Erhart Grosz : nach der Breslauer Handschrift
Entstehung
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3. Das Handschriftenverhältnis.

Die sechs Handschriften gehören der Abfassungnach in die Jahre 1436 (Br), 1457? (B), 1470 (A),1471 (C); DE gestatten keine genauere Datierung als'15. Jahrhundert'. Sie stammen alle aus gleicher Gegendund zeigen die bayrisch-ostfränkischen Sprachmerkmale.Über die engere Heimat hinaus wird die Grisardis desErhart Groß kaum Verbreitung gefunden haben. EineVergleichung der Handschriften ABCDE (im Folgendenmit X bezeichnet) mit Br zeigt in letztgenannter Hand-schrift nach 13,1 einen kleineren sowie nach 13,11 einenwesentlich größeren, aus Hieronymus contra Jovinianumc. 43—49 (Migne PL. 23,273—282, bes. 276 CD—278 A)übersetzten Abschnitt, der in X fehlt. Vielleicht überging ')den letzteren der Redaktor X, weil er ihm für ein einzelnesBeispiel zu weitschweifig schien. Ob die Vorlage vonX ihn noch enthielt, davon später. Sodann: währendX in der eigentlichen Griseldiserzählung mehrfachÄnderungen vornimmt, meist stilistischer Art, baldstärker, bald schwächer, sind die Abweichungen vonBr in der einleitenden ersten Partie, die die Schatten-und Lichtseiten des Ehestandes nach Hieronymus undTheophrast theoretisch und im Predigerton behandelt,äußerst gering, wenn sie sich gelegentlich auch schonhier z.B. bei dem Beispiel Duellius-Bilia (21, 22 ff.)finden. Der Griseldistext im engeren Sinne erscheintin X öfter umfangreicher als in Br, jedoch nicht in demSinne, daß der größere Umfang auch einen reicherenInhalt bedingte. Es handelt sich in X überwiegendum breitere, behaglichere Ausführung, um Stilglättungdes in Br vorliegenden Textes, es ist mir aber nichtrecht wahrscheinlich, daß ein Schreiber sich der Auf-gabe systematischer Erweiterung und Peilung, wozusich auch Umstellungen (z. B. 28, 25) und sonstigeÄnderungen gesellen, sich in dem Maße unterzogenhaben sollte, wie es in X der Fall ist. Ich möchte

J ) Die Kürzung ist in X 386,14 durch den Satz solherdag ist vil angedeutet.