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Die Grisardis des Erhart Grosz : nach der Breslauer Handschrift
Entstehung
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als Deutscher wie als Vertreter eines Stils der Gelöst-heit und Bewegung wie kein anderer zum Erfassen derzartesten Atmosphäre berufen war.' Dann wäre derschlichte Nürnberger Mönch des fünfzehnten Jahrhundertsdoch noch zu einer späten, aber berechtigten Anerkennunggekommen.

2. Die Handschriften.

Br Breslau, Universitätsbibliothek I Q. 77. Aufder Innenseite des oberen lederüberzogenen Holzdeckelssteht von einer Hand des 15. Jahrhunderts in kräftigenSchriftzügen: Wer diße püchlein list ader abschreibtder mache niht Kreucze ader hendc ze v'mackcln dascxemplar man es ist gestroft imd es darff niht das erdas bescheisse noch seim toilln. Diese Mahnung ist »hei-meilt immer befolgt worden (s. Bl. 45". 55". 93\ 123").Darunter eingeklebt ein Zettel mit dem Aufdruck: Ausder Bibliothek der Augustiner Chorherrn zu Breslau'.Die Handschrift — 128 B1I. — stammt aus dem Jahre1436, ist von einer Hand geschrieben, die auf demuntern Rande von Bl. l a den Inhalt der Handschriftfolgendermaßen angibt: Das puch ist der (hierauf Rasur)und hat in ym das cordial von dem sterbn. von demiügsten urttail. von der hell, vnd von dem hymelreich.von dem gelobtn land. von geistlichkeit. vnd von eelichenleben in tilgenden. Es sind damit vier Schriften gemeint,und zwar: 1. Bl. 1—63 das Cordial, ein asketischerTraktat, der in vier Abschnitten vom Tode, vomJüngsten Gericht, von der Hölle und vom ewigen Lebenhandelt. Es ist eine Zitatensammlung aus der Bibel,aus Kirchenvätern und Profanschriftstellern, nach be-stimmten Gesichtspunkten geordnet, im Jahre 1420')

') Wenn Groß von seiner lat. Vorlage sagt, sie sei 1420von einem lerer zusammengestellt, so kann es sich nur um dieQuattnor novissima, um das Cordiale des Gerhard von Vlieder-hoven (s. Allg. deutsche Biographie 40,89) handeln; Dionysiusde Leuwis der Kartäuser (s. ebenda 5, 246) wäre wohl schondurch das Geburtsjahr 1402/3 ausgeschlossen, wenn das von

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