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Die Grisardis des Erhart Grosz : nach der Breslauer Handschrift
Entstehung
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1. Erhart Groß.

Unter den von der italienischen Renaissanceliteraturbehandelten Novellenstoffen, welche seit dem zweitenDrittel, nachhaltiger dann seit der zweiten Hälfte des15. Jahrhunderts auch in Deutschland ihren Einzughielten und die Geschichte des deutschen Prosaromaneseinleiten, hat sich die Erzählung von der Griseldis vonAnfang an einer ganz besonderen Beliebtheit zu er-freuen gehabt. Ja in Italien selbst ist durch Petrarcaslateinische Nacherzählung der Griseldis des Boccaccio(Decam. X, 10) die Novelle überhaupt erst in derhumanistisch-lateinischen Literatur hoffähig geworden.Durch Petrarcas Beispiel angeregt folgte dann LionardoBruni von Arezzo mit seiner Übertragung der Liebes-geschichte von Guiscard und Sigismonda (Decam. IV, 1),ihm wieder Enea Silvio Piccolomini mit Eurialus undLucretia. Während die letztgenannte Novelle meinesWissens in Deutschland einzig von Niclas von Wyleübersetzt wurde, haben sich an Guiscard und Sigismondaverschiedene versucht: außer Niclas von Wyle derdeutsche Übersetzer (Arigo) des Decamerone, Albrechtvon Eyb in seinem Ehebüchlein, M. Montanus. Diehäufigste Übertragung ist aber der Griseldis zuteil ge-worden. Bekannt sind die Übersetzungen Heinrich Stein-höwels, Arigos und eines ungenannten Mitteldeutschen.')Niclas von Wyles Behandlung ist bisher nicht wiederaufgefunden. Erhart Groß' Grisardis aber steht zeitlichan erster Stelle (1436) und darf schon deshalb unserbesonderes Interesse in Anspruch nehmen.

J ) Schröder, Griseldis und Apollonius S. 3 ff.