XX
von einem lerer zusammengestellt und 1436 von ErhartGroß, Karthäuserpriester in Nürnberg, aus dem Lateinischen'in deutsche zungen gewandelt' doch hob ich außen ge-laßen eygenschaft der capitel der püchcr die do werdengemelt, dar vmbe das es den lagen nicht nütz ist undivirt auch gemainlich gcfelscht von übirsehen der Schreiber.Aber die lerr ist volkumenlich beschriben. Am Schluß(Bl. t>3 b ) findet sich der Vermerk in rubro : volprachtist dieß werg in nürnperg ze den carthcusern nochchrisü gepurt CCCC vnd XXXVI iarr am pfinstag inder pfvngßt wochen von dem do selbens geschriben mitaygncr hand dir herr got. Hierauf folgt 2. ebenfallsin rubro: An dem tag hub er an, der selb, zu schreibenvnd zusammen settzen das püchlein das er noch volgetvon etlichen suchen des hymels, von dem irdischenparadeiß vnd von dem gelobten lande vnd ierusalcm.Dieses zweite Werk umfaßt Bl. 63—89 und ist amAnfang defekt; es scheinen zwei oder drei Blätter aus-gerissen zu sein. Auch hier handelt es sich um eineKompilation, doch ist Kompilator und Übersetzer mög-licherweise eine und dieselbe Person, d. h. Erhart Groß.Am Schluß heißt es Bl. 89 b : Noch christi gepurt CCCChundert vnd XXXVI iarr sein an gehaben vnd volendetdie püchlein die hye noch einander stehen, pitt got vorden der sie hat gemacht vnd selber mit seyncr handgeschriben. 3. Bl. 90—108": Hunnen werg heist dietzpuch, dessen Inhalt ich in Kürze nicht besser an-geben könnte, als es eine schon von alter Hand bei-
Groß angegebene Jahr richtig iat. Die handschriftliche Über-lieferung des Cordiale nennt verschiedene Verfassernamen.Es begegnen lat. und deutsche Handschriften z. B. in Basel(Binz 1, «7. 272), S.Gallen (Scherrer S. 584"), Wolfenbüttel82. 10 Aug. fol. (neue Nr. 2833, Augusteische Hss. 4.47),Karlsruhe Nr. 70 (Längin S. 21 deutsches Fragment), Nr. 85(Längin S. 46, doch kann die dort verzeichnete alemannischeBearbeitung nicht aus dem 14. (!) Jahrh. stammen). ErhartGroß' Cordiale ist auch in der Bibliothek des Vereins für Ge-schichte der Stadt Nürnberg unter Nr. 289 vorhanden. Mittel-niederdeutsches und mittelniederländisches Material ist erwähnthei Borchling Mnd. Hss. 4, 218; Zs. f. deutsches Altertum 51,76.