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Die Grisardis des Erhart Grosz : nach der Breslauer Handschrift
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XVIII
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XVIII

sie hätte es mehr verdient als Heinrich SteinhöwelsBoccaccio-Petrarcaverdeutschung, die große Verbreitungfand, immer und immer wieder gedruckt wurde und inmannigfachen Erneuerungen noch heute als Volksbuchfortlebt. Es ist gesagt worden, der Griseldisstoff wollebei Erhart Groß nichts sein als ein hohes Lied auf dieLiebe: die Heldin leide wortlos und darin liege ihreGröße, das Ganze biete bei aller Seelenbewegung einBild äußerster Ruhe. Es ist jedenfalls zuzugeben, daßkeine der zahlreichen Behandlungen des Themas dem,was man das 'Adagio der Seele' nennt, so nahe ge-kommen ist wie Erhart Groß. Mit Recht erinnert KäteLaserstein beim Vergleichen der vielen Griselden aufepischem, lyrischem und dramatischem Gebiete immerwieder 1 ) an Erhart Groß und dessen künstlerisch ge-schlossene Auffassung und Darstellung und meint, 'derGriseldisstoff habe nicht zufällig die höchste Ausbildungseiner Stimmung nach Erhart Groß bei dem deutschenImpressionisten Gerhart Hauptmann gefunden, der sowohl

kaum diese Vermutung stützen. Wenn auch die anderen Be-arbeiter der toten Mutter der Grisardis nicht gedenken, Großaber den alten Vater einen Witwer nennt (vgl. auch 30, 28 f.,wo von der 'seligen Mutter' der Grisardis die Rede ist) undes in der Sammlung heißt 'die Mutter war gestorben', so istdas ganze Verhältnis zwischen Vater und Tochter von Anfangan so geschildert, daß man die Witwerschaft des Alten als selbst-verständlich voraussetzen muß, und so haben wohl auch diemeisten anderen Bearbeiter stillschweigend angenommen.Ebensowenig kann ich im folgenden Falle Käte Lasersteinzustimmen: nach der Werbung vor der offiziellen Vorstellungheißt es in der Sammlung: es 'bot ihr der herr die Handt'und Groß läßt den Grafen zu seiner allerliebsten praut 34, 24sprechen: kum nu her zu mir und gib mir deyne hand, dannaber heißt es in unmittelbarem Anschluß daran: also stundder alte auff und nam die hand seiner tochter und gab siedem hern. Mit diesem Sich-die-Hände-geben hat der Anonymusschwerlich den Übergang von der Leibeignen zur Verlobtenandeuten wollen. — Dem Sammler von Schertz mit derWahrheyt ist wohl kaum eine Handschrift der Grisardis zu-gänglich gewesen.

') S. Laserstein S. 75. 76. 90. 92. 100. 102. 103. 108. 110.123. 124. 126. 130. 132. 133. 153. 168. 184. 191.