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Die Blätter sind spiralig gestellt, runzlig, oberseits mit kurzen, spitzen, am Grunde ein wenig ver-dickten, einfachen Haaren bestreut und desshalb rauh, unterseits von zahllosen, schlaffen, gewundenenHaaren dicht weissfilzig und weich anzufühlen; die Grundblätter sind gewöhnlich 30—40, zuweilen bis100 cm lang und 8—12, zuweilen bis 20 cm breit, von Form oblong-eifürmig, spitz, ziehen sie sich amGrunde in den die Hälfte der Länge messenden kräftigen, gestreiften, oben rinnigen, am Grunde breitscheidigen Blattstiel zusammen, am Rande sind sie unregelmässig gekerbt oder gezähnt; die Stengelblätterhaben einen kürzeren Stiel, sind erheblich kürzer und kleiner, die obersten sind sitzend, halbstengel-umfassend und am Grunde oft abgerundet.
Gesammtblüthenstand traubig mit Gipfelköpfchen, das sieh zuerst entwickelt, bei kräftigerenExemplaren meist rispig, wobei die Seitenstrahlen Neigung zur Wickelbildung verrathen; Endköpfchender Haupt- und Seitenstrahlen oft lang-, die übrigen meist kurzgestielt von zwei Zweigvorblättern be-gleitet.
Die Blüthenköpfcken sind endständig, den Zweig beschliessend, einzeln, gross, aufrecht, poly-gamisch, mit Strahlen- und Scheibenblüthen. Der Hüllkelch ist halbkugelig, dachziegelig, vielblättrig;die äusseren Blätter sind lockerer, eiförmig spitz, zuweilen die äussersten laubig, die inneren lanzettförmigoder fast spathelförmig, aufrecht, trockenhäutig; beide Gestalten werden durch Zwischenformen verbunden.Der gemeinschaftliche Blüthenboden ist fast flach, kahl, nach Abfall der Früchte mit eckigen, kurzgerandeten Grübchen bedeckt.
Die Strahlenblüthen sind zahlreich, weiblich; der Fruchtknoten ist fast stielrund, leicht ge-krümmt , oben etwas angeschwollen gerandet, mit borstigem, aus rauhen Haaren zusammengesetztem,schmutzig weissem Pappus, der so lang wie die gekrümmte Blumenkronenröhre ist; die Zunge ist schmallineal, dreimal länger als die Röhre, dreizähnig, gelb. Der Griffel überragt die Blumenkronenröhre einwenig. Die Narben sind an der Spitze etwas verbreitert, stumpf, auf dem Rücken mit sehr kurzenPapillen bekleidet.
Die Scheibenblüthen sind zwittrig. Der Fruchtknoten ist gerade, stielrund, der Pappus wiebei voriger, aber fast von der Länge der röhrenförmigen, oben etwas erweiterten, fünfzähnigen, gelbenBlumenkrone. Staubgefässe 5, der Mitte der Blumenkrone angeheftet; die Staubfäden sind ober-halb der Mitte gegliedert; die Staubbeutel überragen die Krone nicht; sie sind bis auf die eiförmige, stumpfeSpitze und die dornig gesägten Schwänze mit einander verklebt. Der Pollen ist elliptisch, stachlig mitdrei Meridianfurchen, in deren Mitte das kleine Fensterchen liegt. Der Griffel ist fadenförmig, amGrunde verdickt, so lang wie die Krone. Die Narben sind schmal, an der Spitze etwas verbreitert,stumpf, aussen und an den Rändern innen kurz papillös.
Die Früchte sind 4 mm lang und haben 1 mm im Durchmesser; sie sind fast stielrund, gestreift,kahl, braun, von fast doppelt so langem Pappus gekrönt. Der Keimling ist gerade, das Würzelchen isthalb so lang wie die halbcylindrischen Keimblätter.
Die Pflanze wächst im westlichen und südlichen Norwegen, in Süd-Schweden, England und Schott-land, Irland, in Portugal und Spanien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Ungarn, der Balkan-halbinsel bis zum Olymp, ferner von Finnland durch ganz Russland lind Sibirien bis zu den chinesischenGrenzprovinzen und lässt sich bis nach Japan verfolgen; in Persien erreicht sie die siid-östliche Grenze,denn im Himalaya fehlt sie; in Nord-Amerika ist sie verwildert. In den südlicheren Gegenden bewohntsie die höheren Gebirge, in den nördlichen Theilen von Europa zieht sie den Seestrand vor. Da sie schonseit uralten Zeiten als Medicinpflanze geschätzt wurde, so ist sie durch die Cultur auch in Europa viel-fach verbreitet worden und dürfte an vielen Orten Deutschlands nur als verwildert anzusehen sein.
Sie blüht im Juli, August und September.
Medicinische Verwendung finden die im Herbste oder im ersten Frühjahre gesammelten unterirdischenTheile wild wachsender oder cultivirter Pflanzen, die man von den dünnsten Wurzeln und den Blattrestenbefreit, häufig auch der Länge nach in Stücke zerschneidet und trocknet. Die Droge (Radix Helenii, RaclixInulae, Alantvnirzel) besteht also aus Rhizomstiicken und dickeren Wurzeln.