Vorwort zur ersten Auflage.
Der Unterzeichnete hält sich für verpflichtet, die Motive zu entwickeln, welche ihn veranlassten,unter der künstlerischen Mitwirkung des Pflanzenmalers Herrn Schmidt eine Darstellung und Beschreibungder offizinellen Pflanzen in das Leben zu rufen, obgleich schon mehrere ähnliche Bilderwerke bestehen.Abgesehen von den älteren Werken, dem BlarfcwelPscheix Herbar, den Plenck' sehen Abbildungen und den-jenigen neueren, welche sich begnügen, zu den aus anderen Werken entnommenen Copieen einen Textzu liefern, kommen kaum 6 Werke in Betracht, welche einen ähnlichen Plan verfolgen. Hayner vorzüg-liches Werk, dem sich das unserige in Format und Beschreibung möglichst nahe angeschlossen hat, istdurch ganze Reihen pharmazeutisch unwichtiger Pflanzen Uberladen, Uberdem unfertig und seit seinemErscheinen (vom Jahre 1805 an] theils durch technische, theils durch wissenschaftliche Fortschritte ver-altet. Die Düsseldorfer und Wagner'» Abbildungen, durch ihr Folioformat begünstigt und durch schöne,häufig prachtvolle Habitusbilder ausgezeichnet, geben gar keine oder nur unzureichende Zergliederungenund sind dieserhalb zum Studium geradezu unbrauchbar. Die Werke von Guimpel und Sclilechtendal,von Brandt, Ratzeburg und Phöbus (letzteres mit Ausnahme des kryptogamischen Theils) entlehnen ohneAngabe der Quelle aus dem Hayne sehen, dem Düsseldorfer oder anderen Werken die Abbildungen undsind nur eigentümlich hinsichtlich des Textes. Die Medical botany von Woodville , auch in der neuerenBearbeitung von Hooker, ist ganz unbedeutend. Von den erwähnten Werken unterscheidet sich dasunserige besonders dadurch, dass es das Material nach den natürlichen Familien behandelt und ordnet.Ausserdem sucht es die abzubildenden Pflanzen oder Pflanzentheile nicht allein so naturgetreu wie möglich,sondern auch in solcher Lage darzustellen, dass die Kennnzeichen der Art sogleich in's Auge fallen,erstrebt es ein getreues, weder geschmeicheltes noch leichenliaftes Colorit, widmet den Zergliederungendie grösste Sorgfalt und Genauigkeit und liefert endlich mit alleiniger Ausnahme der verkleinerten Habitus-bilder von Scorodosma foetidum Bge. und Dorema Ammoniacum Don , welche der Arbeit von Borszczowentlehnt sind, der Abbildung von Euphorbia Canariensis L., die uns vom Herrn Prof. II. Schacht in Bonngütigst mitgetheilt, auch bis jetzt noch nicht publiziert ist, und einiger Entwicklungsstufen von Clavicepspurpurea Tulasne nur Original-Abbildungen.
Was den Text anbelangt, so wurden die Familien ausführlich geschildert, die Gattungen mit demnatürlichen Charakter versehen, bei beiden aber zur schnelleren Uebersicht die wesentlichen Kennzeichendurch den Druck ausgezeichnet, dann folgt der Artcharakter, auf diesen die chronologisch geordnete