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IV. Reihe: Labiatiflorae DO.
Bliithen zygomorph. in Kelch und Blumenkrone oft ftinfgliedrig, die letztere ist gewöhnlich zweilippig,und zwar so, dass 2 Zipfel die Ober-, 3 die Unterlippe bilden. Die Staubgefässe sind selten mit Kelchund Krone gleichzählig, meist finden sich 4, die dann didynamisch sind, zuweilen sind nur 2 vorhanden,die meist dem vorderen Paare entsprechen.
7. Familie: Labiatae B. Juss.
Die Bliithen sind zwittrig und zygomorph, selten fast aktinomorph. Der Kelch ist unterständig,bleibend, meist röhren- oder glockenförmig, fünf-, seltener vierzähnig oder -lappig, nicht selten zwei-lippig. Die Blumenkrone ist verwachsenblättrig mit kurzer oder verlängerter Röhre und fünf-, oder durchVerschmelzung der oberen 2 Lappen vierlappig, gewöhnlich zweilippig, selten fast regelmässig glocken-förmig. Staubgefässe sind 4 vorhanden, die dann didynamisch, selten gleich sind, oder 2, die dem vor-deren Paare entsprechen; die Staubbeutel sind meist zweifächrig und springen in 2 Längsspalten auf, zu-weilen laufen dieselben über dem Scheitel zusammen und bilden einen scheinbar einfachen Beutel; auchwirklich einfächrige kommen vor. Ein unter dem Fruchtknoten stehendes Polster (Discus) sondert Honigab, der sich in der Röhre ansammelt. Der Fruchtknoten ist oberständig und gewöhnlich bis auf denGrund in 4 Theile (Clausen) gespalten, aus deren Mitte der Griffel aufsteigt; er ist fadenförmig, an derSpitze gewöhnlich zweispaltig, wobei der grössere Ast nach vorn, der kleinere nach hinten gekehrt ist.In jedem Abschnitte des Fruchtknotens befindet sich eine aufrechte, anatrope Samenanlage, deren Mikro-pyle nach unten und aussen gekehrt ist. Die Früchte werden von dem Kelche umschlossen und stellen4 oder durch Fehlschlag 3—1 Nüsschen dar, die gewöhnlich trocken, zuweilen aber auch fleischig sind undmit einer kleineren oder grösseren Fläche dem Stempelpolster aufsitzen. Die Samen sind einzeln in jedemNüsschen, sie haben planconvexe Keimblätter und ein kleines, gerades, selten umgebogenes Würzelchen.
Kräuter oder Halbsträucher, selten Sträucher mit meist vierkantigen Asten und kreuzgegenständigen,seltener gequirlten Blättern, die ganzrandig oder gezähnt oder getheilt sind und wie die übrigen Theileder Pflanze nicht selten Köpfchenhaare tragen, in denen stark duftende ätherische Öle ausgeschieden wer-den. Blüthenstände rispig oder in zusammengesetzte, oft unterbrochene Ähren zusammengezogen; dieletzteren werden aus Halbquirlpaaren aufgebaut, die als verkürzte Cymen (Dichasien oder Wickeln) auf-zufassen sind; zuweilen entspringen die Bliithen vor einander unmittelbar aus der Blattachsel und bildendann seriale Blüthenschaaren. Deckblätter und Blättchen sind gewöhnlich entwickelt.
Die Familie umfasst in etwa 140—145 Gattungen c. 2700 Arten, die von der Tropenzone bis in diekalte vorkommen; die grösste Entwickelung zeigt sie im östlichen Mittelmeergebiete.
Die officinellen Labiaten gehören in folgende Tribus:
TRIBUS I. Lavauduleae Endl. Blumenkronenzipfel gleich, oder der vordere bildet mit den beidenseitlichen eine Unterlippe; Staubgefässe eingeschlossen.
1. Lavandula vera DC.
TRIBUS II. Meiitlieae Kehb. Blumenkronenzipfel gleich oder Ober- und Unterlippe flach. Staub-gefässe hervorragend, aufrecht, 4 oder 2, gleich oder die vorderen länger, spreizend.
2. Mentha piperita L.
3. Mentha silvestris L. var. crispa Benth.
4. Thymus Serpyllitm L.
5. Thymus vulgaris L.