512
Ipecacoanna.
&chung nach seiner Art. Richter giebt gleichzu Anfange der Ruhr, nach Reinigung (1er erstenWege, wenn wenig Fieber da ist, Ruhrwurzelmit Mohnsaft, auch wenn der Kranke noch bit-tern Geschmack und unreine Zunge hat. Ausdem Taschenbuche fiir praktische Ärzte nehmeich folgende Mischung, die nützlich seyn kann,wenn blofs anzuhalten und auszutrocknen ist:
iy. Rad. rhei scr. sem.
Cort. cascarill gr. sex.
Rad. ipecacoann. gr. un.
M. S. Alle Stunden ein solches Pulver.
4) Eben so gebräuchlich ist es, die Ipekako-anna bey ßlutfliissen zu geben. Vorzüglich,glaube ich, nutzt sie, wenn keine betrachtlicheVollbliitigkeit, keine Schärfe oder Aullösung desBlutes, keine gallichte, entzündliche oder sonstigeReizung von einer Schärfe die Ursache des Blut-flusses ist; sondern Schwäche in den feinern Ge-fäfsen, krampficlite Reizbarkeit oder spastischeZusammenziehungen in den nähern, oder ent-ferntem Gegenden denselben veranlal'sten. Über-haupt darf der Blutflul's nicht zu stark seyn,sonst ist diefs Mittel zu schwach. Vornehmlichscheint sie auch hier vermittelst des Gegenreizeszu wirken, den sie auf die Nerven des Magensmacht. Am meisten giebt man sie beym Blut-husten und bey Gebärmutterverblutungen. Jenerentsteht nicht selten von Stockungen in entferntenGegenden, welche Krampf und Kongestion nachder Brust zur Folge hatten. Dieser Fall tritt öf-ters bey tfypochondristen ein, und dann wirkt,
wie