Absinthium. Artemma 'Absinthium L. Wer-muth.
Der Wermuth wächst aller Orten in Deutschlandhäufig, macht einen ziemlich ansehnlichen Strauch,welcher im Winter abstirbt und mit dem Frühjahraufs neue austreibt. Seine ßlüthen verbreiten ei-nen starken , etwas schweren , gewürzharten Ge-ruch. Die ganze Pflanze hat einen ausgezeichnetbittern Geschmack, welcher lange auf der Zungebleibt, 'und wenigstens für mich, viel Widriges be-sitzt.
Man braucht von demselben die Spitzen derBlumenstengel (S ummitates absintbii), von welchenauch ein Extrakt ( Ext factum absinthii ), ein Oel(Oleum absinthii ) und vom ganzen Strauche einSalz ( Sal absinthii ) bereitet wird.
Wie alle bittere Arzneymittel, so gehört beson-ders der Wermuth zu den reizend stärkenden Mit-teln , und zwar zu den permanent oder tonischstärkenden, obgleich demselben ein gewisses nar-kotisches Prinzip nicht abzusprechen ist. Ich möchtees deshalb besonders diesem letztern zuschreiben,dal's manche empfindliche Konstitutionen den Wer-muth nicht so gut, als andere bittere Stoffe, z. B.den Enzian, die Quassia u. s. w. vertragen, sondernKopfschmerz und Betäubung auf denselben einpfin-Jahn, Mat. Med. I, Th. A den: