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1 (1847)
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699
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FERRUM CYANATÜM.

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Vi

wandschaft mit dem Chlor aus dem Eisenchlorid zu Kaliumchlorid (Chlorkalium,salzsaurem Kali), das Eisen dagegen mit dem Cyan zu Eisencyanid, welches mitdemEisencyanür aus dem Kaliumeisencyanür vereinigt zu Boden fallt; im zweitenund dritten Falle entzieht das Kalium aus dem Kaliumeisencyanür dem Eisenoxydeden Sauerstoff, um als Kaliumoxyd, Kali, seiner grossen Verwandschaft zu derSalpetersäure oder Schwefelsaure Genüge leisten und sich mit diesen Sauren zusalpetersaurem oder schwefelsaurem Kali verbinden zu können, wogegen dasreducirte metallische Eisen, das Kalium ersetzend, mit dem Cyan sich zu Eisen-cyanid verbindet und hier wie dort als Eisencyanürcyanid zu Boden fällt. Daaber das Verhältniss, in welchem sich Kalium mit andern Stoffen verbindet,nicht demjenigen gleich ist, in welchem Eisen Verbindungen eingeht, indem\ At. Kalium sich mit \ At. Sauerstoff, mit 1 Doppelat. Chlor, Brom, Jod, Cyan,oder 1 At. Kali sich mit 1 At. Schwefelsäure, Salpetersäure u. s. w. verbindet,das Eisen aber zwar in der ersten Verbindungsstufe dasselbe Verhältniss beob-achtet, in der zweiten aber, die der Verbindungsstufe des Kaliums entspricht,als 1 Doppelat. (= 2 Atomen), 3 At. Sauerstoff, 3 Doppelat. Chlor, Brom, Jod,Cyan erfordert, so muss auch dieses Verhältniss 2:3 zur gegenseitigen Zer-setzung des Eisenchlorids oder des schwefelsauren oder salpetersauren Eisen-oxyds und des Cyaneisenkaliums das richtige sein. Das Cyaneisenkalium istFeGy + 2KGy, die von diesem Salze erforderlichen 3 At. sind also 3Fe€y +6KGy. Von Eisenchlorid, F-eGl 3 , sind 2 At. erforderlich, d. h. 2F-eGl 3 . Beidem gegenseitigen Aufeinanderwirken dieser Saize erfolgt eine Zersetzung der2 At. Eisenchlorid durch die 6 At. Cyankalium aus dem Cyaneisenkalium, d. h.die 6 At. Kalium streben dahin, sich mit den (2 . 3^) 6 Doppelat. Chlor zu6 At. Chlorkalium zu verbinden, die in der Flüssigkeit aufgelöst bleiben, woge-gen die 2 Doppelat. Eisen sich mit den vom Kalium frei gewordenen 6 At. Cyanzu 2Fe + 6Gy = 2£eGy 3 , d. h. zu 2 At. Eisencyanid vereinigen, welche mitden aus dem Kaliumeisencyanür vom Cyankalium (nach Zersetzung desselben)abgetrennten 3 At. Eisencyanür (3Fe€y) sich verbinden und als unauflöslichesBerlinerblau zu Boden fallen, daher dieses denn die stöchiometrische Formel3Fe€y 4- 2Ee€y 3 erhält. Soll statt des Eisenchlorids schwefelsaures Eisenoxyd,

FeS 3 , durch Kaliumeisencyanür zersetzt werden, so sind auch hier auf 2 At.

schwefelsaures Eisenoxyd, 2FeS 3 , 3 At. Kaliumeisencyanür, 3Fe€y 4- 6K€y,erforderlich; die -6 At. Kalium entziehen hierbei den 2 At. Eisenoxyd die 6 At.Sauerstoff, und die dadurch gebildeten 6 At. Kali verbinden sich mit den (2.3=)6 At. Schwefelsäure zu 6 At. schwefelsaurem Kali (= 6KS), die in der Flüssig-keit aufgelöst bleiben, wogegen die (des Sauerstoffs und der Schwefelsäure be-raubten) 2 Doppelat. Eisen sich mit den 6 At. Cyan zu (2Ee + 6Gy =) 2Fe Gy 3 ,d. h. zu 2 At. Eisencyanid vereinigen, die mit den 3 At. Eisencyanür verbun-den, als 3Fe€y + 2Ee€\ 3 , d. h. als Berlinerblau zu Boden fallen. Dass beiAnwendung des salpetersauren Eisenoxyds der Erfolg ein ganz ähnlicher seinmüsse, sowie, dass bei der Annahme der Existenz wasserstoffblausaurer Salzedie Aetiologie des Prozesses eine ganz ähnliche sei, bedarf keiner weitern Aus-führung , nur würde im letztern Falle das Berlinerblau cyanwasserstoffsaures(blausaures) Eisenoxyduloxyd sein. Nach Gay-Lussac's Versuchen hinterlässtdas Berlinerblau nach dem Glühen etwas Kali, welches als Kaliumcyanur darinenthalten war und dessen Monge verschieden ist nach der Zahl der Waschungendes Berlinerblaus. Nach Berzelius (Pogg. Ann. XXV. S. 28ö) bildet sich, wennzur Fällung des Berlinerblaus Cyaneisenkalium im Ueberschusse angewendetworden war, eine in reinem Wasser lösliche Verbindung, weiche aber mit demBerlinerblau zugleich niederfällt, weil sie in salzhaltigem Wasser unlöslich ist,

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