■v
7^
FERRUM.
693
nen Lappen so lange gerieben wird , bis die Oberfläche des Eisens trocken er-scheint. Bei dem Glühen wird die Oberfläche des Eisens oxydulirt, und in derWeissglühhitze brennt es unter Umhersprühen leuchtender Funken. Diese Er-scheinung zeigt sich weit lebhafter im Sauerstoffgase, und der bei dem Ver-brennen des Eisens sich entwickelnde Wärmestoff schmelzt das neugebildeteOxyd.
Das Eisen kann sich mit dem Sauerstoffe in 4 Verhältnissen verbinden:
1) Eas Eisensuboxyd. Von Mahchand 4839 entdeckt. Es wird gebil-det, wenn man einen Eisendraht in der Flamme eines Knallgasgebläses zu einerKugel schmelzen lässt. Es ist schwarz, lässt sich unter einem Hammer ein we-nig ausplatten und die Splitter lassen sich darauf zu Pulver reiben. Dasselbelöst sich schwierig, aber unter Entwickelung von Wasserstoffgas in verdünnterSchwefelsäure oder Salzsäure auf und die Lösung enthält ein Oxydulsalz. SeineZusammensetzung ist: Fe 4 0 = K 499,236, Eisen 93,33, Sauerstoff 6,67.
2) Das Eisenoxydul. Für sich in isolirter Form kaum darstellbar. Eswird gebildet, wenn Wasserdämpfe über glühendes Eisen geleitet werden, wo-bei Wasser zersetzt wird, dessen Wasserstoff gasförmig entweicht, dessen Sauer-stoff aber sich mit dem Eisen verbindet und dasselbe oxydirt. Dieses erfolgtjedoch nur auf der Oberfläche des metallischen Eisens, welches dadurch voneiner grauschwarzen, metallisch glänzenden Rinde bedeckt wird. Es bildet sichferner, wenn metallisches Eisen von verdünnten Säuren unter Entwickelung vonWasserstoffgas aufgelöst wird, und ist meistens die Base in den Eisensalzen.Wird es aus einem solchen Eisenoxydulsalze durch eine stärkere Base, wieätzendes Kali, ausgeschieden, so verbindet es sich in Stelle der ihm entzogenenSäure mit K Aeq. Wasser und fällt als Eisenoxydulhydrat, einen weissen Nie-derschlag bildend, zu Boden, der aber gleich durch Aufnahme von Sauerstoffaus der Luft seine Farbe ändert und durch Grau, Grün, Schwarzblau endlichins Bostgelbe (Eisenoxydhydrat) übergeht. Kocht man den weissen Niederschlagin einem gegen den Zutritt der Luft geschützten Gefässe, so lässt er, ähnlichwie das Kupferoxyd, sein Wasser fahren und nimmt eine schwarze Farbe an.
Seine Zusammensetzung ist FeO = Fe = 449,809; Eisen 77,77, Sauer-stoff 22,23.
3) Das Eisenoxyd. Es bildet mehrere Eisenerze, nämlich denEisenglanzund den Rotheisenstein oder Blutstein, Lapis Haematidis; in den Sumpf- oderWiesenerzen ist es mit Wasser verbunden und durch Thonerde, Kieselerde etc.verunreinigt. Künstlich erhält man es durch Calcination von Eisenoxydhydrat, vonEisenvitriol (Colcothar Vitrioli, s. Acidum sulphuricum fumans), oder voneinem Salpetersäuren Salze in einem Tiegel, bis alle Säure ausgetrieben ist. DasEisenoxyd bildet ein ganz unmagnetisches rothes Pulver, dessen Farbe abernach ungleichem Aggregatzustande verschieden ausfällt. In sehr hoher Tempe-ratur giebt es Sauerstoffgas und wird zu Oxyduloxyd. Dies ist die Ursache,warum das Eisen bei seiner Verbrennung im Sauerstoffgase nicht Eisenoxydbildet. Das geglühte Oxyd wird von den Säuren, wenn sie nicht Concentrinsind, nur langsam aufgelöst. Wird aus einem Oxydsalze das Oxyd durch einAlkali oder Erde niedergeschlagen , so nimmt es entweder etwas Säure mit in.den Niederschlag, wenn die Quantität des Alkali's zu gering war, oder wenndieses die zur Sättigung der Säure erforderliche Quantität übersteigt, verbindetes sich mit einem Theile dieses Ueberschusses. Bedient man sich bei dieserFällung des Ammoniaks, so kann dieses durch Glühen ausgetrieben werden.Diese Niederschläge sind dunkel rothbraun, sehr voluminös und schrumpfenbeim Trocknen zu einer schwarzen geborstenen Masse zusammen, die einen
Y
</
II