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FERRUM.
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gelindes Erhitzen in die erslere Verbindung übergeführt werde, indem derSauerstoff aus dem Eisenoxydul und Kali mit dem Wasserstoffe aus der Cyan-wasserstolfsäure zu Wasser zusammentrete, wodurch gleichzeitig die Verbindungder elementaren Stoffe Eisen, Kalium und Blaustoff bewirkt werde, welche,wenn sie wieder mit Wasser in Berührung kommen, durch Zerlegung eines An-theils desselben sich wieder in blausaures Eisenoxydulkali verwandeln. NachPhilipps Analyse (Sghw. J. für Chem. u. Phys. XX. 1827. S. 411) besteht daskrystallisirte Salz aus: Kalium 36,7ö, Eisen 13,58, Cyan 37,17, Wasser 12,50.Im wasserleeren Zustande ist dieses Doppelsalz demnach als zusammengesetztanzusehen aus 1 At. Eisencyanür (FeN€ = 609,124) und aus 2 At. Cyankahum(2KN€ = 1639,654), erhalt also die Zahl FeN€ + 2 (KN6) = 2308,778 ; indem krystallisirten Salze sind noch 3 At. Wasser enthalten, die Zahl desselbenist demnach FoNG ■+■ 2 (KNG) + 3H = 2646,215.
Wird das Salz einer Hitze, die das Glas schmelzt, ausgesetzt, so fängt esan mit Entwiekelung von Siickstoffgas zersetzt zu werden, aber die Zersetzunggeht schwer und langsam. Bei einer weit höheren Temperatur geht sie leichtervor sich, aber auch wenn man es in offenem Feuer im Tiegel zu verbrennensucht, ist es schwer, es in Kali und Eisenoxyd zu verwandeln, weil, sobalddas Cyanelsen zerstört ist, das Cyankalium der Zerstörung lange widersteht.
Wenn dasKaliumeisencyanür von gehöriger Reinheit ist, so darf es mit verdünn-ter Schwefelsaure in der Kalte nicht sogleich Berlinerblau bilden; ist dieses derFall, so enthalt es noch unzersetztes Eisencyanid (blausaures Eisenoxyd); bildetsalzsaurer Baryt einen Niederschlag (Schwerspath), so enthielt es Schwefelsäure.
Für sich wird dieses Salz in der Medicin nicht gebraucht, dient aber zurBereitung der Blausäure u. s. w.; auch ist es ein vorzügliches Reagens.
Ferrum. Eisen.
Es werde in Drähten, oder gefeilt, oder in Drehspänen ange-wandt. Man sehe darauf, dass es nicht durch Kupfer verunreinigt sei.
Das Eisen war den Alten später bekannt als Gold, Silber und Kupfer. ZurZeit des trojanischen Krieges war es sehr selten; zwar kannten es die Aegypter,l'hönicier und die Hebräer vor und zu Moses Zeiten, doch war sein Gebrauchsehr eingeschränkt. Je mehr aber dieses so merkwürdige und nützliche Metallbenutzt wurde, desto mehr äusserte es auf die Menschen wohlthätige Wirkun-gen , so dass die vervielfachte Anwendung desselben beinahe eine Bedingungfür die gesteigerte menschliche Cultur gewesen ist und mit dieser gleichenSchritt gehalten hat.
Das Eisen ist in der ganzen Natur verbreitet, in Fossilien, in Thieren undin Gewächsen, und es giebt sehr wenige Steinarten, die nicht mehr oder we-niger davon enthielten. Es wird selten im gediegenen Zustande gefunden, unddas meiste gediegene Eisen, welches vorkommt, ist dasjenige, welches sich inden aus der Luft gefallenen sogenannten Meteorsteinen befindet, von denen dievon Pallas im Jahre 1772 in Sibirien gefundene Masse 1600 Pfund wiegt, diein Südamerika am Paranastrome aufgefundene aber für 30,000 Pfund schwergehalten wird. Am gewöhnlichsten findet man es oxydirt oder mit Kohle ver-bunden, wie im Graphit, oder durch Schwefel vererzt. Diejenigen Mineralien,welche das Eisen in solcher Menge und in einer solchen Form enthalten, dasses daraus mit Vortheil ausgeschmolzen und gereinigt werden kann, werden Ei-senerze genannt. Diese sind von vielen und verschiedenen Gattungen, und dasaus ihnen erhaltene Eisen variirt sehr an Güte, je nachdem diese Erze mehr