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1 (1847)
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EMPLASTRUM CONII.

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säure umgewandelt, so dass man die Bleipflaster als aus öl-, margarin- undstearinsaurem Bleioxyde bestehend anzusehen hat, wobei die etwa an das Blei-oxyd gebundene Kohlensäure ausgetrieben wird und gasförmig entweicht. Zu-gleich erzeugt sich eine besondere süsse Materie, Glycerin, welche Scheelezuerst wahrgenommen hat, und die daher jetzt noch den Namen ScHEELE'schesSüss führt. Man erhält diese Materie, wenn man das frisch bereitete Bleipflastermit Wasser auskocht und die Abkochung verdunsten lässt; es bleibt eine geringeMenge einer dicken syrupähnlichen Substanz zurück, welche kein Blei enthält,wenn das Fett nicht ranzig war, und wenn sie bleihaltig ist, so kann man dasBlei durch Schwefelwasserstoffgas leicht entfernen.

Die Wirkung des Wassers scheint bei der Pflasterbereilung eine zweifachezu sein, denn es dient durch seine Abdunstung zur Mässigung der Temperatur,wodurch das Anbrennen der Masse verhindert wird; zweitens vereinigt sich abernur durch seine Vermittelung das Bleioxyd mit den fetten Sauren, denn ohne dieGegenwart von Wasser verbinden sich selbst die schon fertig gebildeten Säurendurch Schmelzung nur mit der Menge Bleioxyd, die zur Bildung des neutralenSalzes nothig ist. Dessen ungeachtet ist es möglich, Bleipflaster ohne Wasserzu erhalten, aber dann liefert das Oel, nach Gusserow, etwas andere Producteund kein Glycerin; es bildet sich nämlich Essigsäure, unter deren Vermittelungdie basische Verbindung entsteht. Um Bleipflaster durch vorsichtiges Erhitzendes Oels auch ohne Wasser zu bereiten, setzt man, gerade wenn das Oel zukochen anfangen will, das Oxyd nach und nach in kleinen Antheilen unter be-ständigem Umrühren hinzu: es ist aber viel Vorsicht nöthig. (Gusserow undKüper im Berl. Jahrb. XXX. 2. 1828.). Das Bleipflaster ist als ein Gemenge vonden zu einem Dritttheile mit den fetten Säuren gesättigten Bleioxydsalzen zu be-trachten, worin nämlich die Säuren dreimal soviel Base wie in den neutralenSalzen aufnehmen. Die neutrale Verbindung entsteht durch Fällung einer Blei-zuckerlösung mit einer Lösung von harter Seife; sie ist weiss, zähe, in derWärme klebrig, und wird durch Schmelzen durchsichtig.

Das Bleiweisspflaster, welches in früheren Zeiten allein aus Bleiweiss undOel bereitet wurde, enthält wahrscheinlich, dem oben angegebenen Verhältnisseder Bleioxyde zu dem Olivenöle zufolge, deren grosse Verschiedenheit bis jetztunerklärt ist, noch unverändertes Bleiweiss. Es ist völlig weiss, etwas glänzend,fest, in der Kälte etwas brüchig, in der Wärme der Hand wird es zähe undknetbar, so dass es sich streichen lässt. Durch langes Liegen wird es, wie alleBleipflaster, härter und spröder. Es ist geschmacklos, von schwachem eigen-thümlichen Gerüche, unlöslich in Wasser und Weingeist. Durch Hitze wird eszerstört und giebt ein Bleikorn. Wenn es aus einem unreinen, mit Kreide ver-fälschten Bleiweisse bereitet worden, so ist es weich und fettig anzufühlen, auchzeigt es sich bröcklich und man bemerkt darin die Kreide als ein weisses Pulver,welches sich dem Wasser mittheilen lässt und dieses milchig macht. Ein un-reinliches Verfahren beim Ausrollen des Pflasters zu Stangen giebt diesem aufder Oberfläche eine schmuzige graue Farbe, die sich aber auch in der innernMasse zeigt, wenn das Pflaster angebrannt ist.

Eniplastrum Conti. Schierlingspflaster.

Nimm: gelbes Wachs ein Pfund,Geigenharz,Olivenöl, von jedem ein halbes Pfund.