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EMPLASTRUM CERÜSSAE.
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mes Wasser zur Seite zu stellen, die Mischung bis auf 100° R. zu erhitzen, undmit einem Thermometer oft die Temperatur der Pflastermasse zu prüfen. Manerhalt bei diesem Temperaturgrade die Mischung einige Zeit, unter Hinzugiessenkleiner Mengen Wassers, und wenn die Mischung sich zu verändern und dick-flüssiger zu werden anfangt, so steigert man, unter bisweiligem Zugiessen vonetwas Wasser, die Hitze bei dem Emplastrum Plumbi simplex bis auf 105° R.Sollte nun bei der nämlichen Intensität des Feuers das Thermometer noch mehrsteigen, so ist dies immer ein sicheres Zeichen, dass es an Wasser fehlt. Manmuss alsdann, wenn es selbst bis 110° gestiegen sein sollte, den Kessel vomFeuer nehmen , erst etwas abkühlen lassen, bevor man aufs Neue Wasser hin-zusetzt. Bei Bereitung des Bleiweisspflasters fand Zeise, dass man die Hitze beidiesem Pflaster um 4—6° steigern, und die Mischung unter Zusatz von sehr weni-gem Wasser möglichst dem -110° nahe erhalten könne, und erklärt diesen Erfolgdurch die grössere speeifische Schwere der Masse, die durch einen grösserenDruck dem Verdampfen des zugesetzten Wassers kräftiger widersteht. Bei einemverhältnissmässig sehr geringen Verbrauche an Brennmaterial ist die Pflaster-bildung in \ % bis 2 Stunden völlig beendigt. Wird aber zu viel und zu häufigWasser zugesetzt, so wird sehr viel Wärme verbraucht, um das Wasser wiederin gasförmigem Zustande fortzuschaffen, hierdurch sinkt zugleich die Temperaturder Mischung unter denjenigen Grad, bei welchem die Pflasterbildung am ge-schwindesten erfolgt, und die Arbeit dauert mehrere Stunden. Siller (Pharm.Centrbl. 4 835. S. 735 und 1837. S. 616) giebt zwar an, dass die Steigerung derTemperatur über den Siedepunkt des Wassers durchaus nicht nöthig sei, denner erhielt durch Hineinleiten kochend heisser Wasserdämpfe in das Gemisch aus18 Pfunden Baumöl \ind 10 Pfunden Bleiglätte unter fortwährendem Umrührennach 2 Stunden ein blendend weisses Pflaster, dessen Consistenz nur etwasweich war, so dass noch 1 Pfund Bleiglätto zugesetzt und aufgelöst wurde; aberdiese Methode ist etwas umständlich. Zweckmässig wird nach Piiingruber diefeingepulverte Bleiglätte mit Wasser zu einem Breie angerührt von solcher Con-sistenz, dass die Masse nicht vom Spatel abfliesst. Sobald das Oel die gehörigeHitze angenommen hat, was zum Gelingen nothwendig ist, wird die Bleiglättespatelweise eingetragen, so dass nicht eher eine neue Eintragung erfolgt, bisdie Feuchtigkeit der vorigen verdampft ist; die Pflasterbildung geht sehr schnell\on Statten. Ist die Operation dem Ende nahe, und das Bleioxyd beinahe auf-gelöst, so bilden sich in der kochenden Masse grosse Blasen, und es zeigt sichein eigenthümlicher Pflastergeruch; die heisse Masse bildet nun beim Herunter-Iliessen vom Spatel eine zusammenhängende zähe Masse, nicht einzelne Tropfen.Lässt man etwas davon in kaltes Wasser oder auf einen kalten Stein tropfen, sozeigt es sich fest, und lässt sich zwischen den Händen kneten, ohne sie abzu-schmuzen oder anzukleben. Sollte das Pflaster doch etwas grau geworden sein,so lässt sich dieses einigermassen dadurch verbessern, dass man etwas vielWasser zusetzt und unter heftigem Umrühren das Pflaster einige Zeit stark kocht.Man verdampft nun in sehr gelinder Hitze noch die etwanige Feuchtigkeit, ent-fernt dann den Kessel vom Feuer, lässt die Masse etwas erkalten, nimmt siedann spatelweise heraus, malaxirt sie, und rollt sie zu Stangen aus.
Die Pflasterbildung ist erst in neuerer Zeit durch die Arbeiten Chevreul'süber die Saponification aufgeklärt worden ; beide beruhen auf gleichen Grund-sätzen; sowie bei den Seifen durch die Alkalien die Fette in Säuren eigenthüm-licher Art umgewandelt werden, so erfolgt diese Umwandlung der Fette bei denI'flastern durch die alkalische Reaction der Bleioxyde, und zwar hier wip dortohne Zutritt der atmosphärischen Luft oder des Sauerstoffgases. Olein, Marga-rin und Stearin der Fette werden hier wie dort in Oel-, Margarin- und Stearin-
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