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1 (1847)
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CORTEX SALICIS.

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Cortex Salicis. Weidenrinde.

(Salix pentandra et fragilis L. Amentaceae - Salicinae.)

Die dünne, biegsame Rinde der zwei- und dreijährigen Aeste,aussen braun oder grünlich, fast glatt, glänzend, innen gelblich, vonzusammenziehendem bittern Geschmacke. Die Bäume sind in Deutsch-land häufig; die Rinde muss im Frühlinge gesammelt werden.

Salix pentandra Linn. Die Lorbeerweide.

Salix fragilis Linn. Die Bruchweide.

Abbild. Hayne XIII. 40. 41. PI. med. 89. 91. G. u. v. Sem. 35. 36.

Syst. sexual. Cl. XXII. Ord. 2. Dioecia Diandria.

Ord. natural. Amentaceae Juss. Salicineae Rich.

Die Lorbeerweide ist in den nördlichen Gegenden Europa's einheimisch, wosie auf sandigem Boden am Ufer der Flüsse vorkommt; in den südlicheren Län-dern findet sie sich seltner in gebirgigen Gegenden.

Der Stamm erreicht eine Höhe von 30 — 40 Fuss und 1 Fuss im Durch-messer. Zuweilen ist diese Weide aber auch niedrig und strauchartig. DasHolz ist, wie das aller Weiden, weich, leicht und weiss. Die alte Rinde istaschgrau und aufgerissen, die der jungen Zweige grün und glatt. Die Blättersind oval-länglich, spitz, am Rande gesägt, glatt, oben dunkelgrün und glän-zend, unten blassgrün. Der kurze Blattstiel ist, wie auch die Spitze der Säge-zähne, mit rundlichen gelblichen Drüsen besetzt. Die Blatter, welche ungefähr3—4 Zoll lang und 1—1 % Zoll breit sind, haben besonders in der Jugend ei-nen sehr angenehmen balsamischen Geruch, der sie, sowie die beschriebe-nen Drüsen , von unsern übrigen Weiden auszeichnet. Die Blüthen erscheinennach den Blättern an der Spitze junger, abstehender, 1 — 2 Zoll langer, mit 5bis 6 Blättern besetzter Aestchen. Die Kätzchen sind 1 % —2 Zoll lang, ziemlichdick, stumpf und gelb.

Die Bruchweide kommt in mehreren Gegenden Deutschlands vor. Der Baumwird nicht sehr stark; die Aeste brechen bei starkem Winde. Die ausgewach-senen Blätter haben eine mehr eiförmige Basis und sind auf beiden Seiten grün.Die Blüthen kommen gleichzeitig mit den Blättern hervor. Die Spindel derKätzchen ist stark behaart, weisswollig.

Da die Lorbeerweide weit seltuer in Deutschland gefunden wird als andereArten, so wird die officinelle Rinde grösstentheils von der Bruchweide, aberauch wohl von andern Weidenarten, als S. triandra, alba, vitellina und Rus~seliana (Hayne XIII. 39—45), im ersten Frühjahre von zwei- und dreijährigenAesten gesammelt. Der Geschmack ist bitter und adstringirend, der Geruchmehr oder weniger balsamisch.

Bei der von Pelletier und Caventoü (Trommsd. N. J. VI. 1. S 113) unter-nommenen Untersuchung der Weidenrinde wurden als Bestandtheile der Wei-denrindo gefunden; Gerbestoff; eine nicht genau bestimmte Säure; eine roth-braune harzige Substanz; ein grünes Balsamharz; gelber Farbestoff und Gummi.Eine Pflanzenbase war nicht vorhanden, von deren Abwesenheit sich auch Du-jjenil überzeugte.

Buchner (Repert. XXIX. S. 411) stellte zuerst dadurch, dass er aus demwässrigen Auszuge durch essigsaures Bleioxyd den Gerbestoff fällte, die vomNiederschlage abflltrirte Flüssigkeit durch Schwefelwasserstoffgas, Eiweiss undKnochenkohle reinigte und die klare, fast farblose, sehr bittere Auflösung zur