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1 (1847)
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GOKTEX RADIUS GRANATI.

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von den Römern'wählend der punischen Kriege (woher der Name Punica) nachItalien gebracht worden sein, und wachst jetzt auch in andern Ländern dessüdlichen Europa's, in Portugal, Spanien, Frankreich und der Schweiz, an Fel-dern und Mauern, besonders aber auf Kreideboden. In Deutschland wird er inKübeln gezogen und in Gewächshäusern überwintert, wo er dann gehörig cui-tivirt und beschnitten in voller Blüthe einen überaus schönen und angenehmenAnblick gewährt.

Die Wurzel ist holzig, der Stamm baumartig und rauh, die Aeste sindwinklig, mehr glatt und mit einer röthlichen Rinde bedeckt. Die Blätter sindgegenüberstehend und abwechselnd, länglich-lanzettförmig, sehr glatt, hell-glänzend grün. Die fast aufsitzenden, brennend hochrothen Blüthen stehen ge-wöhnlich einzeln zwischen den Blättern und zuweilen an den Enden der Zweigezu 2, 3 oder 4 zusammen. Der Kelch einblättrig, 6—9-, selten Sspaltig, über-ständig, bleibend, mit dicken spitzen Lappen. Die Kronen 6—9-, selten öblätt-rig, scharlachrolh, die Kronenblätter rundlich-länglich, stumpf, etwas wellen-förmig, im Schlünde des Kelches sitzend, sowie die zahlreichen haarförmigenStaubfäden. Die Frucht (der Granatapfel) ist eine fast kugelrunde, etwas nieder-gedrückte , lederartige, vom bleibenden Kelche überzogene, vom Kelchsaumegekrönte, verschieden gefärbte, aufplatzende, kürbisartige Frucht, idurch einehorizontale (Juerscheidewand in zwei Abtheilungen getheilt, deren untere 3fäch-rig, die obere 6—9fächrig ist. In den Fächern sitzen die zahlreichen Samen anden Wänden, von einer beerenartigen, fleischig-saftigen, krystallinisch-glänzen-den, nach oben purpurrothen Samendecke eingeschlossen. Dieses saftig - röth-liche Fleisch hat bei den reifen Früchten einen leicht weinigen Geruch und an-genehm säuerlichen Geschmack.

Dieser schöne Baum blüht im Juli und August, trägt aber bei uns keineFrüchte.

Die Wui'zelrinde dieses Baumes , die Granatwurzelrinde, ist von Dr. Gomezals ein vortreffliches Mittel gegen den Bandwurm empfohlen worden. Sie mussvon dem wilden Baume genommen werden, sorgfältig von dem holzigen Theilegereinigt und wohl getrocknet sein. Ihre Farbe ist aussen aschgrau , innengelb: benetzt man sie mit Wasser und bestreicht Papier damit, so Jässtsie dar-auf gelbe Flecke, die, wenn man schwefelsaures Eisen darauf bringt, dunkel-blau werden. Von einer Säure werden diese Flecke leicht rosenroth, wel-che Farbe in einem Augenblicke wieder verschwindet; Kalilösung macht siegelbbraun. Kaut man diese Rinde, so färbt sie den Speichel gelb und lässt imMunde einen zusammenziehenden Geschmack zurück, der nichts Unangeneh-mes hat.

Die Rinde ist früher, als sie noch häufiger angewandt wurde, mit der Wur-zel des Buxbaums verfälscht worden; die letztere schmeckt aber sehr bitter undwird durch Eisensalze nicht verändert.

Die Wurzelrinde des Granatbaums enthält nach Mitouart's Untersuchung(Berl. Jahrb. XXVI. 2. S. 221) viel GerbestofF, eine wachsartige Materie, einezuckerige, zum Theil in Weingeist, zum Theil in Wasser auflösliche Materie,wovon die erstere krystallisirbar ist und die andere sich wie Mannastoff ver-hält, und eine merkliche Menge Gallussäure. Wackenroder (Geigek's Magazin1827. Mai. S. 174) hat nach Mitouart eine neue Analyse geliefert. Er fand inder trocknen Rinde: gelbes adstringirendes Princip 21,92; talgartiges, etwasranziges Oel 2,46; Stärkemehl mit etwas Gcrbestofl", anhängendem Schleimeund etwas Kalke 26,09; holzige Theile mit Eiweiss 45,45. Latour de Trik(Pharm. Centralbl. 4 831. S. 837) sieht die von Mitouart als Mannastoff bezeich-nete krvstallisirbare Substanz als eine eigenthümliche au und nennt sie Gra-