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BALSAMUM C0PA1VAE.
ßalsamum Copaivae. Copaivabalsam.
(Verschiedene Arten von Copaifera. Leguminosae-Papilionaceae.)
Ein natürlicher klarer Balsam, von gelber oder bräunlichgelberFarbe, von der Consistenz eines dünneren oder dickeren fetten Oeles,von eigentümlichem angenehmen Gerüche, bitterlichem etwas scharfenGeschmacke, in Wasser gekocht ein zerreibliches Harz gebend.
Er sei acht, weder mit Terpenthin noch mit einem fetten Oele ver-fälscht. Er wird aus dem südlichen Amerika, vorzüglich aus dem innerenund wärmeren Brasilien zugeführt.
Linke kannte nur eine Art der Gattung Copaifera:
Syst. sexual. Cl. X. Ord. 1. Deeandria Monogynia.Ord. natural. Leguminosae-Papilionaceae.Er nannte dieselbe C. officinalis, und beschrieb sie als einen grossen, dichtbe-laubten Baum von zierlicher Gestalt, der im südlichen Amerika, Brasilien, Ca-jenne, besonders in der Nahe von Tolu wild wächst, und der nach Jacqüijv mitMyroxylon peruiferüm vormischt vorkommt. Sprengel gab drei, Decandollefünf Arten an; Hayne aber, der die von Sellow aus Brasilien eingesendetenGewttchse durchsuchte, auch eine neue Art von Beyrich , andere von Martiusund Hornemann erhielt, hat 16 Species aufgeführt und beschrieben (Linnaea I.3. S. 418 und daraus in Geiger's Magazin, 1828. Juni. S. 15-3; auch Arzn. Gew.X. Taf. 12—23. G. u. v. Schl. 219 — 223.), nämlich Copaifera Beyrichii; C.Martii; C. bijuga (Willd.) , eine Art, welche nach Hayne bereits Marcgrav undPiso im Jahre 1648 als die Mutterpflanze des Copaivabalsams bezeichnet haben,C. multijuga (Hayne); C. nitida (Mart.); C. laxa; C. Langsclorfü (Desfont.); C.coriacca (Mart.) ; C. cordifolia; C. Sellowii; C. oblongifolia (Mart.); C. trapez-i-folia; weiche sämmtlich in Brasilien einheimisch sind; C. gujanensis in Guiana,C. Jacquini (Desfont.) auf den Caraibischen Inseln, in Neu-Granada, C. Jussieui,in Peru? und C. disperma. Alle Arten geben mehr oder weniger Balsam, undden meisten giebt die in der Provinz Para vorkommende C. multijuga, welchevon Hayne (Arzn. X. Anm. unter Nr. 19) folgendermassen definirt wird: mitgleichgefiederten Blättern, sechs- bis zehnpaarigen, etwas gekrümmten ungleich-seitigen, in eine lange abgesetzte Spitze ausgehenden, durchsichtig punktirtenBlättchen, von denen die untern eiförmig-länglich, die obern lanzettlich, auchist auf Taf. 17. Fig. c. ein Blatt abgebildet. Die weissen Blüthen, aus einem ein-blättrigen, viertheiligen Kelche ohne Blumenkrone, 10 freien Staubfäden und ei-nem zweieiigen Fruchtknoten bestehend, sitzen in zusammengesetzten Aehrenin den Winkeln der Blätter, deren Länge sie erreichen. In den zusammenge-drückten, schiefumgekehrt- eiförmigen, zweiklappigen Hülsen findet sich nurein entwickelter Same. In der Provinz St. Paulo in Brasilien wird von den Ein-wohnern der Balsam von C. Langsdorffii und C. Coriacea als Heilmittel ange-wendet (v. Martius Beise in Brasilien, Bd. I. S. 285); es ist indessen nicht ge-wiss, ob dieser Balsam auch in den Handel kommt. Die kleineren Arten indemInnern von Brasilien, namentlich in Bahia und Minas, geben, da dort sehr oftJahre hindurch anhaltende Dürre eintritt, weniger Balsam, aber dieser ist har-ziger und scharfer. Die Gewinnung des Balsams geschieht auf die Weise, dassman tiefe Einschnitte in den Stamm macht, aus welchem dann der harzige Saftnach Verschiedenheit der Art des Gewächses und der Vegetau'onsstufe in meh-