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1 (1847)
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355
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BAGCAE SPINAE CERVINAE. 355

Baccae Spinae cervinae. Kreuzdornbeeren.(Rhamnus catharticus Linn. Rhamneae.)

Die reifen, frischen, kugeligen Beeren, von der Grösse einer Erbse,schwarz, innen roth, glänzend, 2 — 4 eiförmige, fast dreieckige Samenenthaltend, von bitterlich scharfem Geschmacke. Ein in Deutschlandhäufiger Strauch; die Beeren im Monat Oclober einzusammeln.

Rhamnus catharticus Link. Gemeiner Wegdorn.

Abbild. Plenck 140. Hayne V. 43. PI. med. 3GO. G. u. v. Sern.. 84.Syst. sexual. Ci. V. Ord. 4. Pentandria Monogynia.Ord. natural. Rhamneae.

Dieser dornige Strauch, der 8—4 0 Fuss hoch und darüber, zuweilen auchbaumartig wird, wachst in Gebüschen, an Hecken und angebauten Orten.

Der Stengel ist strauchartig, gerade, ziemlich stark und astig; die Rindeglatt, das Holz gelblich. Die entgegengesetzten Aeste sind rund, graubraun,etwas gefurcht und an der Spitze mit einem sehr harten Dorne versehen. Dieschon grünen, glanzenden, glatten Blätter sind abwechselnd, gestielt, rundlichoder eiförmig, spitzig, scharf, fein gesagt und gerippt. Die Blumen sind klein,sehr oft ganz getrennten Geschlechts, von gelbgrüner Farbe und sitzen büschel-weise auf kurzen Stielen zwischen Blättern. Blüht im Mai und Juni; die Früchtereifen im September.

Die Früchte sind runde, erbsengrosse, glänzende, schwarze, an der Spitzemit einer hervorstehenden Narbe bezeichnete Beeren; sie enthalten ein saftiges,dunkelgrünes, bei der Reife rothes Mark und 2— 4 Samen. Sie besitzen einenunangenehmen, widrigen Geruch und bittern ekelhaften, etwas scharfen Geschmack.

Die Beeren des Faulbaumes (Rhamnus Frangula Linn. Hayne V. 44.), mitdenen sie verwechselt werden könnten, enthalten nur zwei Samenkörner, dierund und etwas platt sind. Die Beeren des gemeinen Hartriegels (Ligustrumvulgare Linn. Haine V. 25.) .reifen erst im October und November, haben eindunkelviolettes mehliges Mark und vier längliche Samen.

Vogel (Tbommsd. J. XXI. 4. S. 244) hat die Kreuzdornbeeren untersucht undals Bestandtheilo gefunden: Essigsäure; eine stickstoffhaltige Materie ; grünen ex-traetartigen, in Alkohol und Wasser leicht löslichen Farbestoff, der durch Säurengeröthet wird; Gummi; Zucker. Hubert (Pharm. Centralbl. 4830. S. 4 35) unter-suchte den Saft der Kreuzbeeren und fand: Essigsäure; Galläpfelsäure; Kalhar-tin; grünen Farbestoff; Pflanzenschleim; Zucker. Der grüne Farbestoff wurdedurch Fällen des verdünnten Saftes mit neutralem essigsauren Bleioxyde unddurch Zersetzung des Niederschlages mittelst Schwefelwasserstoffgas, das Ka-thartin aber, von röthlichgelber Farbe und sehr bitterm ekelhaften Geschmacke,aus der über dem Niederschlage bleibenden Flüssigkeit dadurch erhalten , dasssie bis zur Extractconsistenz abgedampft und mit Alkohol ausgezogen wird. Diewässrige Lösung des Kafhartins wird durch basisch-essigsaures Bleioxyd grün-lichgelb gefüllt.

Der ausgepresste Saft der Kreuzdornbeeren, von grünschwärzlicher Farbe,wird zur Bereitung des Kreuzbeerensyrups (Syrupus Spinae cervinae) von pur-girender Wirkung angewandt. Auch giebt er ein gutes Reagens ab, indem ervon den Säuren geröthet, von den Alkalien grün gefärbt wird. Durch Vermi-schung des Saftes mit gepulvertem Alaun, kohlensaurem Kalke, Pottasche oderMagnesia wird das Saftgrün oder Blasengrün [Succus viridis) bereitet.

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