82
Theod. do Saussure.
holzextract in der gleichen Menge Wasser, wie sie zum vorherge-henden Versuch benutzt worden war. Diese Lösung, welcheunmittelbar darauf die gleiche Zeit bei der nämlichen Stärke desFeuers getrocknet wurde, lieferte 34 Gran getrocknetes Extract.[141] Die Operation des Trocknens hat also 2 Gran Extractoder vielmehr 2 Gran Wasser, welche der getrockneten Sub-stanz des Extractes angehören, verflüchtigt. Aus allen diesenVersuchen ergiebt sich, dass die 36 Gran Extract vom Sauer-stoffgas unter dem Recipienten um -|- Gran Kohlenstoff beraubtworden sind, und dass sie während der nämlichen Zeit einegleich 3-| Gran grosse Menge Wasser verloren oder bildeten.Ich würde so geringfügige Ergebnisse nicht mit dieser Sicher-heit verkünden, wenn ich sie nicht durch eine sehr grosse Zahlanderer Beobachtungen bestätigt gefunden hätte.
Die Abwesenheit des Sauerstoff- und des Wasserstoffgases,welche die Extracte in der Gestalt von Wasser in viel grösseremVerhältniss als den Kohlenstoff verlieren, der ihnen durch dasSauerstoffgas entzogen wird, wirkt dahin, in dem Extract-Rück-stand das Verhältniss des Kohlenstoffs zu vergrössern. In derThat fand ich, dass 100 Theile des getrockneten Extracthäut-chens in ihrem Eückstand bei der Destillation auf freiem Feuermehr Kohlenstoff liefern als 100 Theile Extract, welche nichtvon ihrem Häutchen getrennt worden waren. Weit entferntaber, dass diese unlöslichen Flocken ein oxydirtes Extract sind,sind sie vielmehr ein desoxydirtes oder mit Kohlenstoff über-sättigtes Extract.
Die Säfte der grünen Pflanzen, welche reich an jenem Ex-tractstoff sind, dem Fourcroy den Namen vegetabilisches Ei-weiss beigelegt hat, weil es einige dem thierischen Eiweiss eigen-thümliche Eigenschaften aufweist, absorbiren Sauerstoffgas. [142]Die Säfte von Cactus opuntia und Sedum telephium coagulirenbei Berührung mit Sauerstoffgas zu einer gelatinösen und ela-stischen Substanz, ohne das Volumen dieses Gases zu ändern,welches sie blos in kohlensaures Gas verwandeln.
Aber man muss Sorge tragen, dass man die extrahirten Säftenicht in solche Gefässe bringt, in denen sie der umgebenden Luftnur wenig Angriffsfläche darbieten. Die Lösung muss über einegrosse Fläche ausgebreitet werden. Ohne diese Vorsicht könn-ten diejenigen Theile, welche von der Berührung mit dem Sauer-stoffgas zu weit entfernt sind, kohlensaures Gas aus ihrer Sub-stanz allein bilden.
Wenn sich die Temperatur am Ende und am Beginne des