Druckschrift 
1 (1890)
Seite
21
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Chemische Untersuchungen über die Vegetation.

21

ob dies Gas eleu Pflanzen nützlich ist, wenn es ihnen als Atmo-sphäre dient.

Percioal (Memoires de la Societe de Manchester, vol. 2) hatbeobachtet, dass eine mit Wasser ernährte und einem mit kohlen-saurem Gas vermischten Luftstrome ausgesetzte Mentha bessergedieh als eine gleiche Pflanze, die einem Strome reiner atmo-sphärischer Luft ausgesetzt war.

Ich versuchte, diese erste Beobachtung zu bestätigen unddie Menge kohlensauren Gases zu bestimmen, welche, der atmo-sphärischen Luft beigemischt, günstig auf die vegetirendenPflanzen einwirkt.

Mit Hülfe von Wasser Hess ich Erbsen keimen, bis jedePflanze eine Höhe von ungefähr 1 Decimeter (4 Zoll) erreichthatte und 1 Gramm (20 Gran) wog. Alsdann stellte ich fürjeden Versuch 3 in ein Wasserglas, so dass die Wurzeln alleinin diese Flüssigkeit eintauchten, und brachte sie zusammen mitverschiedenen Gemischen aus gewöhnlicher Luft und kohlen-saurem Gas in Kecipienten, welche durch Wasser abgesperrt wa-ren, [30] das im Innern derselben mit einer Oelschicht bedecktwurde, als die Kecipienten mehr als die Hälfte ihres Volumensan kohlensaurem Gas enthielten. Drei Erbsenpflanzen hattenin jedem Experiment eine Atmosphäre von 990 Cnbikcentimetern(50 Cubikzoll) und nahmen selbst nicht den vierhundertsten Theilein. Sie wurden täglich während fünf oder sechs Stunden vonden directen Sonnenstrahlen getroffen, welche bei zu grosser In-tensität gedämpft wurden. Ich stellte zu gleicher Zeit und andem nämlichen Ort gleiche Apparate auf und setzte sie schwa-chem und diffusem Licht aus. Dieser letzteren Aufstellungsartgebe ich die Bezeichnung Exposition im Schatten.

Ergebnisse in der Sonne.

Die mittlere Gewichtszunahme der während 10 Tagen derSonne ausgesetzten Pflanzen betrug 425 Milligramm (SGran) fürjede Erbse in der reinen atmosphärischen Luft.*) [31] Bei der»

*) Diese Gewichtszunahme war zum grössten Theil oder vielleichtganz der Zufuhr von flüssigem Wasser, das heiast von Vegetations-wasser zu den Blättern, welche sich während des Experimentes ent-wickelten und ihre feste Substanz aus den noch dicken und an derPflanze hängenden Cotyledonen schöpften, zuzuschreiben. Diese Co-tyledonen enthielten drei- oder viermal weniger Vegetationswasser