Chemische Untersuchungen über die Vegetation.
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Luft gefüllte Flasche gebracht worden, die durch einen Glas-stopfen verschlossen und umgekehrt in Quecksilber gestelltwurde. Nach Verlauf von zwei Tagen nahm ich die Samenheraus; sie hatten fast alle gekeimt und während dieser Ent-wicklung 4^ Cubikzoll kohlensaures Gas gebildet, die nachLavoisier 0,85 Gran Kohlenstoff enthalten. Das in der Flaschezurückgebliebene Wasser lieferte nach der Verdampfung beigelinder Wärme einen Rückstand von 0,75 Gran Schleim oderExtract.
Ich liess diese Samen in einem flachen Gefäss in demselbenDampfbade trocknen, in dem sie gekeimt hatten, und prüftedurch vergleichende Experimente mit anderen Samen die Ver-änderungen, welche durch sie ihre Atmosphäre erleidet, wennsie austrocknen; ich fand, dass sie kein Wasserstoffgas ent-wickeln, und dass sie wie beim Keimen mit dem Sauerstoffgasder umgebenden Luft kohlensaures Gas bilden, ohne dasselbeausschliesslich aus ihrer eigenen Substanz zu erzeugen. DieMenge Kohlenstoff, welche die todten Samen verloren, schienmir geringer zu sein als die der vegetirenden während derselbenZeit und bei der nämlichen Temperatur: sie brauchten zwei Tagezum Trocknen oder die nämliche Zeit wie zum Keimen. [19]Der Kürze wegen will ich annehmen, dass die Kohlenstoff-mengen, welche sie bei diesen beiden Vorgängen verloren haben,gleich seien. Die Samen gaben beim Trocknen weder durch denGeruch noch durch andere Producte, noch durch das Aussehenirgend ein Zeichen von Fäulniss oder Veränderung von sich.Nur ihr Volumen verminderte sich merklich. Die Samenmussten nach den von mir angeführten Ergebnissen trocken200—0,&5x2 — 0,75 = 197,5 Gran wiegen; nun habe ichaber gefunden, dass sie nur 189 Gran wogen, sie haben nurWasser ausser den Bestandtheilen, von denen ich gesprochenhabe, verlieren können, und dies verlorene Wasser betrug un-gefähr 8 Gran.
Ich wiederholte denselben Versuch bei derselben Tempe-ratur mit vollkommen gleichen Samen, indem ich sie in derFlasche während 4 Tage anstatt zweier wachsen oder keimenliess, sie haben fast die doppelte Menge Kohlenstoff, aber nur8 Gran Wasser wie in dem vorhergehenden Experiment verloren,da die Zeit des Trocknens die nämliche geblieben war. Als ichmit dem Trocknen längere Zeit fortfuhr, indem ich die Sameneiner niedrigeren Temperatur an einem feuchteren Ort aussetzte,vergrösserte sich der Wasserverlust.