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1 (1890)
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Theod. de Saussure.

derjenigen, bei welchen der Sauerstoff am wenigsten fest gebundenist; ich war nicht glücklicher, als ich der nämlichen Versuchs-anstellung ohne Berührung mit der äusseren Luft ein Gemischvon ausgekochtem Wasser und verschiedenen Metalloxydenwie das schwarze Manganoxyd, das rothe Quecksilber- unddas rothe Bleioxyd unterwarf. [5] Alle diese Versuche stellteich in Glasflaschen an, die ich mit der bis zur Siedetemperaturerwärmten Flüssigkeit füllte; als diese bis auf die Temperaturvon 30° Re"aumur abgekühlt war, brachte ich die Samen hinein.Die Flaschen wurden darauf sorgfältig verschlossen und inQuecksilber getaucht. Die Menge des zu jedem Versuch be-nutzten Wassers überstieg nicht das Sieben- bis Achtfache vomGewichte der Samen. An Samen wurden geprüft Linsen, Boh-nen, Saubohnen, Erbsen, die Samen von Alisma Plantago undvon Polygonum amphibium.

Eine Saubohne, Erbse und Bohne zeigt, wenn sie ohne Be-rührung mit Sauerstoffgas im Wasser gequollen und ihrer Hüllenberaubt ist, einen bewunderungswürdigen Bau. Mit Hülfe desMikroskops entdeckt man in dem zarten Häutchen, welches manvon der Oberfläche der Cotyledonen loslösen kann, ein regel-mässiges Gewebe aus polyedrischen Zellen. -Dies Gewebe istauf dem Rücken des Samens und an den Rändern der Cotyledo-nen mit jenen Oeffnungen oder drüsigen Grübchen besetzt,welche auf der Oberfläche der entwickelten Blätter einen soschönen Anblick gewähren*); [6] man findet sie sehr reichlichbei den Erbsen auf den einander zugekehrten Flächen der Sa-menlappen.

Wenn die Samenkörner durch die Berührung mit dem Sauer-stoffgas anfangen zu keimen, so ist die Verlängerung ihres Wür-zelchens über jene Grenze hinaus, welche es durch eine blosseQuellung im Wasser erreichen könnte, das einzige Anzeichenihres Vegetirens, sonst aber giebt es keine plötzliche Veränderung;kein wesentlicher Unterschied lässt sich bemerken zwischen demBau eines durch reines Wasser aufgequollenen und dem einessoeben gekeimten Kornes. Nur durch ein länger dauerndesWachsthum werden die Veränderungen, welche der Keimlingaufweist, bemerkbar; er fault nicht, wie er es bei Abwesenheit

*) Diese Beobachtung, welche ich nur bestätigen kann, rührt vonSprengel her (Anleitung zur Kenntniss der Gewächse. Bd. I, p. 396).Sie zeigt, in Uebereinstirmming mit analogen Beobachtungen, dassdiese Oeffnungen nicht durch Berührung mit Luft entstehen.