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1 (1890)
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Saussure. Chern. Untersuchungen über die Vegetation.

zu unterhalten, wie kochendes Wasser, Essig und mehrere ge-sättigte Salzlösungen. Dies sehr geringe Wachsthum, dessen Endeman vor der dasselbe hervorrufenden Quellung bestimmen kann,ändert weder den Geschmack, noch den Geruch, noch irgendeine Eigenschaft der Saat; [3] die Wasserimbibition ohne Luft-zutritt hat keine andere Wirkung, als den Samen für eineschnelle Fäulniss geeignet zu machen.

Einige Samen, wie Erbsen, Linsen, die Samen von Wasser-pflanzen können in Wasser keimen, aber nur in einem Wasser,welches nicht rein ist, oder welches Sauerstoffgas enthält, dernicht in seine Zusammensetzung eingeht. Ich brachte unter einenmit Quecksilber gefüllten Eecipienten kochendes Wasser und,nachdem dasselbe abgekühlt war, Erbsen, Linsen und Samen vonAlisma Plantago und Polygonum amphibium; sie gaben keinZeichen von Keimung von sich. als die Menge des gekochtenWassers das Sieben- bis Achtfache des Gewichtes der Samennicht überschritt; als aber diese Menge hundert- oder zwei-hundert Mal grösser war, keimten sie, und die Verlängerungihres Würzelchens stand im Verhältniss zu der Wassermenge, diesie umgab. Es ist vielleicht überflüssig, den Grund dieses ver-schiedenen Verhaltens zu erklären oder daran zu erinnern, dassdas Aufkochen das Wasser nicht allen Sauerstoffgases beraubt,das in ihm im Znstande der Vertheilung oder Lösung enthaltenist, und dass ich, indem ich die Flüssigkeitsmenge vermehrte,genug Luft hinzufügte, um in dem Samenkorn eine sehr schwacheEntwicklung anzuregen. Man hat behauptet, dass die im Wassergequollenen Erbsen, unter Oel getaucht, keimten. [4] Ich habedies Experiment mehrfach wiederholt, erhielt aber niemals dasangekündigte Ergebniss.

Humboldt hat gefunden, dass die Samen in sehr verdünnterwässeriger oxygenirter Salzsäure [Chlor] keimten. Als ichdiesen Versuch in der Dunkelheit mit fester oxygenirter Salz-säure [wahrscheinlich Chlorhydrat], welche in gekochtem Wassergelöst war, und ohne Zutritt der Luft wiederholte, erhielt ichdasselbe Ergebniss. Er beweist, dass es nicht durchaus not-wendig ist, dass der Sauerstoff frei oder ungebunden sei, umKeimung zu bewirken, aber diese Säure ist bis jetzt, wenigstensnach meinen Versuchen, die einzige Substanz, welche die Wir-kung hervorbringen kann. Die verdünnte Salpetersäure, derman denselben Einfluss zugeschrieben hat, übt ihn nicht ohneBerührung mit der äusseren Luft aus. Ebenso prüfte ich erfolg-los Schwefelsäure und einige andere Säuren aus der Klasse