Chemische Untersuchungen über die Vegetation.
auf den Boden wirke, dass er den Pflanzen ein mehr oder wenigergeeignetes Hülfsmittel biete, um die Wärme und Feuchtigkeitzurückzuhalten. Diese Schriftsteller setzten voraus, dass dieLebenskraft sowohl der Thiere wie der Pflanzen, indem sie aufverschiedene Weisen die atmosphärische Luft und das Wasserzersetzt oder bindet, alle Stoffe, selbst die Salze, die Erden unddie Metalle, welche die Analyse und die Veraschung in den Ge-wächsen aufweist, bilden könne. Diese verworrene Vorstellungkann ebenso wenig bewiesen werden wie diejenige, Gold zumachen aus Stoffen, welche keins enthalten. Vordem man seineZuflucht nimmt zu unverständlichen und wunderbaren Verwand-lungen, die mit allen bekannten Beobachtungen in Widerspruchstehen, muss man sich sorgfältig versichern, dass die Pflanzendiese Stoffe nicht vorgebildet in den Medien finden, in denen siesich entfalten, und dass dieselben sie nicht aus ihnen schöpfen.Andere Autoren näherten sich mehr dem Anschein vonWahrheit, wenn sie annahmen, dass [ alle Bestandteile derPflanzen mit Ausnahme des Wassers ihnen in Gasform geliefertwürden. Wenn man jedoch auf die Ergebnisse der unmittelbarenBeobachtung Bezug nimmt, so ist diese Hypothese in ihrer Ge-sammtheit nicht haltbar. Das Sauerstoffgas und das kohlensaureGas sind die einzigen uns bekannten luftförmigen Stoffe, vondenen sieh die Pflanzen in unserer Atmosphäre ernähren können.|243j Die Erfahrung lehrt, dass die meisten unter ihnen dasStickgas nicht assimiliren; indessen macht der Stickstoff einenwesentlichen Antheil der Gewächse aus; man findet ihn beständigim Holz, in den Extracten und in der grünen färbenden Materie.Die Pflanzen enthalten Erden, welche wie bei den Thieren dazubeitragen können, ihre festen oder knochigen Theile zu bilden; mankann nicht nachweisen, dass diese Substanzen im luftförmigenZustande in unserer Atmosphäre vorhanden sind, doch erkenntman sie in derselben im suspendirten und dampfartigen Zustande;hingegen lässt sich zeigen, dass sie sich in den Quellen finden,welche die Pflanzenerde bespülen und in die Wurzeln eindrin-gen. Es lässt sich ferner darthun, dass die nämlichen QuollenExtractivstofle in Lösung halten, von denen der Stickstoff einenwesentlichen Theil ausmacht, und dass die Fruchtbarkeit desBodens in gewisser Beziehung und innerhalb bestimmter Grenzenvon der Menge und der Natur der in Wasser löslichen Bestand-teile, die er enthält, abhängig ist. Endlich erkennt man, dassdie Gewächse, indem sie sich diese Stoffe aneignen, schliesslichden Boden erschöpfen oder unfruchtbar machen.