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Der Protoplast.
neen, Corydalis cava u. a., die empfindlich gegen Flüssigkeiten sind,werden auf Pergamentpapier ausgesäet und in die feuchte Kammer ge-bracht (Jost). Es ist bisher in Kultur nur gelungen kurze Schläuchezu erzielen, niemals so lange, wie sie, selbst bei sehr kurzen Griffeln,zur Befruchtung nötig sind.
An wachsenden Pollenschläuchen läßt sich nun der Chemotropismusstudieren. Pollenschläuche der Digitalis - Arten, von Epilobiumangustif., hirsutum, Oenothera biennis, glauca, grandiflora, Primulachinensis werden durch Trauben-, Rohr-, Frucht-, Milchzucker, 2%Dextrin 1 ) (Saccharo chemotropismus), durch Narbenstücke der be-treffenden Pflanze 2 ), selbst durch vegetative Teile anderer Pflanzen(Querschnitte von Allium -Wurzel) angelockt 8 ). In letzteren wirken dieProteine (es wirken nämlich: Diastase [frei von anorganischen Salzen],Albumin aus Eigelb, Konglutin und Globulin aus Pferdeblut, Kasein,Parakasein, Vitellin aus Eigelb, Alkalialbuminat u. a. 4 ), Protochemo-tropismus). Pflanzenstücke werden dem Kulturtropfen mit wachsendenPollenschläuchen aufgelegt, der Objektträger wird an einen dunklen undfeuchten Ort gebracht. Die anderen Reagentien wurden früher miteiner Kapillare dem Kulturtropfen zugeführt; jetzt bringt man (beiGelatinekulturen) von den Proteinen, die sich sehr langsam lösen, einkleines Körnchen auf die erstarrende Pollenkultur. Für Zuckerartenwird in der Kultur eine Vertiefung angebracht. Man bringt auf denmit Pollen beschickten Kulturtropfen eine Glasperle, die nach einigerZeit vorsichtig abgehoben wird. Die Vertiefung des erstarrtenTropfens wird mit der betr. Zuckerlösung angefüllt. Man kann die,durch den zentrifugal diffundierenden Zucker bewirkten, chemotro-pischen Krümmungen mikroskopisch verfolgen.
Bei Pilzbyphen wurde Chemotropismus 1873 von Pfeffer vermutet.J. Wortmann (Bot. Ztg., 1887, XLV, 812) und A. Fächer (Jahrb. wiss. Bot,1882, XIII, 304) stellten bei jungen Schläuchen von Saprolegnia Krümmungennach geeigneten Nährstoffen (Fliegenbeinen, Insektenlarven) fest. M. Büsgen (Bot.Ztg, 1893, LI, 58) führte das Eindringen der Hyphen in die Nährpflanze auf che-mische Reize zurück. Grundlegend wurden die Arbeiten von Pfeffer u. Miyoshi 6 ).
') II. Miyoshi, Chemotr. d. Pilze, Bot. Ztg., 1894, LII, S. 1 u.: Keizbew.d. Pollenschläuche, Flora 1894, LXXVIII, S. 76.
-', H. Molisch, Ursachen der Wachstumsriclit. b. Pollenschläuchen, Sitzb."Wien. Akad., 17. 1. 1889.
3 ) B. Lidforss, Chemotropismus der PolJenschläuche, Ber. deutsch, bot.Ges., 1899, XVII, 230 u.: Reizbew. d. Pollenschläuche, Ztschr. f. Bot., 1909, I, 443.
') -Die Spaltlinge der Eiweißkörper sind wirkungslos.
6 ) W. Pfeffer, Abb. Kgl. Sachs. Ak., 1893 u.i M. Miyoshi, Chemotr. d.Pilze, Bot. Ztg., 1894, LH, 1 u.: Durchbohrung v. Membranen d. Pilzbyphen,