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Sapo medicatus. Medizinische Seife.
hinzu und erhitzt weiter, nötigenfalls unter Zusatz kleinerMengen Natronlauge, bis ein durchsichtiger, in heißemWasser klar und ohne Abscheidung von Fetttröpfchen lös-licher Seifenleim entstanden ist. Scheiden sich bei einemim Reagenzglas angestellten Versuch noch Fetttröpfchenab, muß man unter Zusatz von wenig Natronlauge nochweiter erhitzen. Dann setzt man eine Lösung von 25 gNatriumchlorid und 3 g Soda in 80 g Wasser hinzu underhitzt unter Umrühren weiter, bis die Seife sich vollständig-abgeschieden hat. Nach dem Erkalten, schwimmt die Seifeauf der Unterlauge als fester Kuchen; man hebt ihn ab,spült ihn mit Wasser ab, und trocknet ihn mit einemleinenen Tuche ab. Die Seife zerschneidet man in kleineStücke, die man im Trockenschrank austrocknet. Aus-beute etwa 100 g.
Chemischer Vorgang. Schweineschmalz besteht wesentlich ausden Glycerinestern der Palmitin-, Stearin- und Ölsäure, Olivenölenthält in anderen Mengenverhältnissen wesentlich dieselbenEster neben geringen Mengen der Glycerinester der Arachin- undLinolsäure (Leinölsäure). Diese Ester werden durch die Natron-lauge verseift, wobei sich die Natriumsalze der betreffenden Fett-säuren — eben die Natronseife — und freies Glycerin bilden (vgl.S. 41, 95), z.B.:
C 17 Ii, 5 COO • CH 2
StearinsauresNatrium
C 3 H 5 (OH) a .
Glycerin
Ci 7 H 86 COO-CH+3NaOH:
I
c 17 h 35 coo ■ cn,
Stearinsäure-giycerinester
Die Natronseife scheidet sich anfangs in Form körniger Massenab, der Zusatz des Weingeistes hat den Zweck, die Verseifung zubeschleunigen. Durch den Zusatz der Kochsalzlösung wird dieSeife, da sie in Kochsalzlösung unlöslich ist, als feste Masse abge-schieden, „ausgesalzcn". Das Natriumcarbonat hat nur denZweck, das in rohem Kochsalz etwa vorhandene Magnesium-chlorid, das die Bildung von unlöslicher Magnesiumseife voran-