62 Hydrarg. oxyd. via hum. parat. Gelbes Quecksilberoxyd.
Temperatur von nicht über 30° vor, damit der Niedergang mög-lichst fein verteilt ausfällt; auch nimmt bei höherer Temperaturder Niederschlag eine mehr rötliche Farbe an. Gießt man um-gekehrt die Natronlauge in die Quecksilberchloridlösung, ent-steht neben Quecksilberoxyd dunkel gefärbtes Quecksilberoxy-chlorid von wechselnder Zusammensetzung xHgO + yHgCl 2 .Man wendet mehr Natronlauge an als theoretisch nötig ist, umdie Bildung von basischem Salz sicher zu vermeiden.
Eigenschaften. Gelbes, amorphes Pulver, das sich beimErhitzen unter Abscheidung von Quecksilber verflüchtigt:HgO = Hg + 0 . In Wasser ist es fast unlöalich, in verd.Salzsäure oder Salpetersäure leicht löslich:
HgO + 2 HCl = HgCI 2 + H 2 0 ,HgO + 2HN0 3 = Hg(N0 3 ) 2 + H 2 0 .
Prüfung. Quecksilberoxyd sei beim Erhitzen im Probierrohrvöllig flüchtig; Mennige, Bleioxyd, Ocker und dergleichenwürden zurückbleiben; ein nicht flüchtiger Rückstand, von SpurenNaCl herrührend (s. unten), darf höchstens 0,1% betragen.
Tu verd. Salzsäure oder Salpetersäure sei es vollständig lösüch;Zinnober, Mennige, Ocker, Kalomel würden sich nichtlösen.
Man lasse 0,5 g Quecksilberoxyd mit 5 ccm lOproz. Oxalsäure-lösung eine Viertelstunde unter häufigem Umschütteln stehen, esmnß sich dabei in ein weißes, kristallinisches Pulver von Queck-silberoxalat verwandeln.
HgO
COOKCOOH
COOCOO y
\
Hg
rotes Quecksilberoxyd bleibt hierbei unverändert.
Löst man 0,1 g in 5 ccm verd. Salpetersäure und fügt Silber-nitrat hinzu, darf höchstens eine opalisierende Trübung eintreten(Quecksilberchlorid).
Stöchiomotrische Aulgabe. 1. Wieviel Quecksilberoxyd erhältman aus 20 g Quecksilberchlorid und 2. wieviel löproz. Natron-lauge ist hierzu theoretisch nötig?
Resultate s. S. 109.