Druckschrift 
4 (1921) Übungspräparate
Entstehung
Seite
52
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

52

Ferrum citricum oxydatum. Eisencitrat.

Eisenhydroxyd gibt schon beim Erwärmen mit Wasser leichtWasser ab, dabei übergehend in die wasserärmeren Hydroxyde(HO) a Fe 0 Fe(OH) 2 und 0 = Fe 0 Fe(OH) ? , da diese" inZitronensäurelösung sich nur schwer lösen, vermeide man bei derFällung und beim Auswaschen jede Erwärmung.

Eigenschaften. Ferricitrat bildet dünne, durchseheinendeBlättchen von rubinroter Farbe, schwachem Eisenge-schmacke, beim Erhitzen unter Entwicklung eines eigen-artigen Geruches und Hinterlassung von Eisenoxyd ver-kohlend; für obige Formel berechnen sich 18.7% Fe. Insiedendem Wasser ist es leicht, in kaltem Wasser langsam.aber auch vollständig löslich; die Lösung rötet blaues Lack-muspapier. Die 3 Moleküle Krisfallwasser entweichen voll-ständig erst bei etwa 150". Ammoniak fällt aus der wäß-rigen Lösung kein Eisenhydroxyd, da sich in Ammoniakleicht lösliches Ferriammoniumcitrat C 3 H 4 (0NH 4 )(C00),jlYbildet; Kalilauge und Natronlauge fällen dagegen Eisen-hydroxyd aus.

Die wäßrige Lösung gibt mit Kaliumferrocyanidlösungden tiefblauen Niederschlag von Berlinerblau (Formel s.S. 75), mit Kalilauge einen Niederschlag von Eisenhydr-oxyd (s. oben); die von diesem letzteren Niederschlagabfiltrierte Flüssigkeit, die also zitronensaures Kaliumneben überschüssiger Kalilauge enthält, gibt nach demAnsäuern mit Essigsäure beim Kochen mit Calciumchloriddie weiße, kristallinische Ausscheidung von Calciumcitrat(C 6 H;0 7 ),Ca 3 +4H,0.

Prüfung. Eine Lösung von Eisencitrat in Wasser (1 : 10) werdedurch Sübernitratlösung nach Zusatz von Salpetersäure höch-stens opalisierend getrübt (Chloride) und gebe mit Kaliumferri-cyanidlösung höchstens eine blaugrüne Färbung (Ferrosalze);sie liefere ferner nach Ausfällung des Eisens mit überschüssigerKalilauge (hier darf nicht Natronlauge genommen werden) einFiltrat, welches nach schwachem Ansäuern mit Essigsäure beilängerem Stehen eine kristallinische Ausscheidung nicht gibt