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4 (1921) Übungspräparate
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Chloroformium. Chloroform.

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Chloroform, aus der durch den Zusatz von Wasser das gelösteChloroform abgeschieden wird. Durch die Schwefelsäure werdenchlorhaltige Nebenprodukte zerstört.

Die Bildung von Chloroform aus Chlorkalk und Weingeist läßtsich durch folgende Gleichungen erklären:

CH,CHOAldehyd

CH 3 CH 2 OH + 2CICH3CHO2CCI3CHO + Ca(OH) 2 = 2CIICI3 -|

6C1 = CCl 3 CIIO

Chloral

H2HC1,f 3HCl,

(HCOO) 2 Ca.

Ca-formiat

Es entsteht also durch die Einwirkung des Chlors auf den Alko-hol Aldehyd, dieser wird weiter oxydiert zu Trichloraldehyd oderChloral, das durch die Einwirkung des Calciumhydroxyds sich zer-setzt in Chloroform und ameisensaures Calcium. Die Salzsäurewird durch den überschüssigen Ätzkalk gebunden oder entwickeltmit noch unzersetztem unterchlorigsauren Calcium von neuemChlor. Setzt man an Stelle des freien Chlors das unterchlorigsaureCalcium in die Gleichungen ein, gehen diese über in

2CH,CH 2 OH + Ca(C10) 2 = CaCL + 2H 2 0 + 2CH,CHO ,2CH 3 CHO + 3Ca(C10) 2 = 3Ca(OH) 2 + 2CC1 3 CHÖ ,2CC1 3 CH0 + Ca(OH) 2 = 2CHC1 3 + (HCOO) 2 Ca .

Eigenschaften. Das Chloroform des Arzneibuches ent-hält 9999,4% reines Chloroform und 0,61% absolutenAlkohol. Es ist eine farblose Flüssigkeit von süßlichemGeschmack (Vorsicht!), die in Wasser sich sehr wenig löst,in jedem Verhältnis löslich ist in Weingeist, Äther, fettenund ätherischen Ölen. Spezifisches Gewicht 1,4851,489,Siedepunkt 6062°.

Priilung. Schüttelt man 20 ccm Chloroform mit 10 ccm Wasserund hebt sofort 5 ccm des Wassers ab, darf dieses Lackmuspapiernicht röten und, wenn es über Silbernitratlösung (2,5%) ge-schichtet wird, diese nicht trüben; eine weiße Trübung rührt hervon Salzsäure (AgCl), eine gelbliche oder rötliche von arsenigerSäure (Ag 3 As0 3 ) oder Arsensäure (Ag 3 As0 4 ).

Beim Schütteln von Chloroform mit Jodzinkstärkelösung darfweder die Jodzinkstärkelösung gebläut noch das Chloroform ge-färbt werden (freies Chlor, vgl. Bd. III; 2C1+ ZnJ 2 = 2 J+ ZnCl 2 ).

Mannheim, Pharmazeutische Chemie. IV. 3