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Organische Chemie.
erklären, da sich bei der Schreibweise der Formeln in einer Ebene keineVerschiedenheit der Struktur ergibt, während diese erfolgt, sobald maneine die Körperlichkeit der Mol. ausdrückende, d. h. dreidimensionale An-ordnung der Wertigkeiten der C-Atome in der Mol. annimmt.
Verb., deren Isomerie sich nur durch die Annahme.einerversch. räumlichen (sterischen) Lage der Atome in deä Mol.ausdrücken läßt, heißen „stereoisomere Verb." u. diese Isomerie„Stereoisomerie oder Raumisomerie" u. die betr. Formeln „stereo-chemische Formeln oder Raumformeln". Die Lehre von der Raum-chemie oder Stereochemie betrachtet statt der „Konstitution oderStruktur" die „Konfiguration" der Moleküle.
Die Konfiguration mancher Verb, ist oft so labil (S. 54), daß schonÄnderungen der Temp., der Lösungsmittel oder der Konz. der Lös. gewissephysik. Eigensch. der betr. Verb, ändern, z. B. tritt Apfelsäure je nachdiesen Änderungen versch. optisch aktiv oder inaktiv auf (S. 339, 4 ).
Konfiguration der Mol. kommt außer zur Erklärung best. Isomeriender C-Verb. auch in Betracht bei einigen anorg. u. org. Verb, des Stickstoffs,org. Verb, des Schwefels, Selens, Zinns u. den komplexen Verb. (S. 33.)
Darst, Trennung u. Umwandl. stereoisomerer C-Verb. s. S. 339.
Die übliche Schreibart der Strukturformeln in einer Ebenewiderspricht schon bei einigen einfachen Verb, den Tatsachen; z. B. wärenvon jeder Verb, der Formel G a 2 b 2 u. G a 2 bc (wobei a, b, c, einwert, versch.Gruppen *) bedeuten), bei Annahme der Lagerung der vier Valenzen des C-Atomsin einer Ebene, bereits 2 Strukturisomere möglich (Formel 1 u. 2), indem näm-lich a, a, einmal benachbart, einmal aber durch b, bzw. c, getrennt sein können,während tatsächlich nur eine solche Verb., z. B. nur ein Dichlormethan, CH 2 Gljj,u. nur ein Chlorbrommethan, CHjClBr, bekannt ist; ferner müßten von JederVerb, der Formel Gabcd 3 Strukturisomere (Formel 3, 4, 5) auftreten, währendtatsächlich nur 2 Strukturisomere bekannt sind, z. B. nur zwei Chlorbrom-jodmethane, CHClBrJ.
>C<»
2) ;>c<- a
3) d c >c<i
a>*<
4) £>C<-
Bei Annahme einer räumlichen Gestalt, der Mol. derC-Verb. verschwinden solche Widersprüche u. es lassen sichfür alle opt. u. geometrischen Isomerien Formeln aufstellen.Diese Theorie von Le Bei u. van't Hoff beruht auf derAnnahme, daß die vier gleichartigen Valenzen jedes C-Atomsin dem umgebenden Räume derartig gleichartig verteilt sind,daß die Richtung jeder einzelnen Valenz mit der Richtungjeder anderen den gleichen Winkel bildet, d. h. daß man sichdas C-Atom derart in der Mitte eines Tetraeders schwebenddenkt, daß seine vier Valenzen nach den vier Ecken des Te-traeders gerichtet sind (s. S. 335 Fig. 1).
1. Stereoisomerlen bei gesätt. C-Verb, mit einem asyni. C-Atom.
Werden in der Mol. einer Verb. Gaaaa allmählich drei derGruppen a durch ungleichartige ersetzt, so ergibt sich folgendes:
Treten an Stelle von zwei Gruppen a zwei gleiche Gruppen b oder zweiversch. Gruppen b c, so ist nur eine Konfiguration denkbar, da beide Te-
•) „Gruppe" bedeutet in diesem Kapitel stets „Atom oder Atomgruppe".