Druckschrift 
Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
Entstehung
Seite
329
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Konstitution.

329

"., V\g.. Ap.. trocken erhitzt in Q a -f AuCI (s. dieses) zerfallend; beim Ver-dunsten seiner wäss. Lös. scheidet es sich als AuCl s -f 4H 2 0 in gelben Nadelnab. beim Kochen der Lös. zerfällt es teilweise in AuCI + Cl a .

Aurichlorwasserstoffsäure, HAuCl 4 , gelbes Goldchlorid, scheidet, sichmit 4 Mol. H s O in gelben Krist. ab beim Verdampfen der Lös. von Gold inKönigsw., oder von AuCl 3 mit überschüssiger HCl.

Aurichlorwasserstoffsäure Salze oder Chloraurate, (falschlichAurichloride) entstehen beim Abdampfen der Lös. von Aurichlorid u. den entspr.Metallchloriden in gelben Krist., z. B. Nalriumaurichlorid, NaAuCl, -f' J H 2 0, das Goldsalz der Photographen, aus AuCl 3+- NaCl.

Komplexe Aurisalze. Außer Chlorauraten kennt man komplexe Auricya-'üde, z. B. Kaliumauricyanid, K(AuC 1 N 1 ) u. Auriammine, z. B. Auritriarnrnino-aydroxyd Au[Au(OH),(NH,),] (S. 33) u. Sulfaurite (s. unten).

d. Erkennung der Gold Verbindungen.

1. Zink, Eisen, Kupfer, Silber u. wie auch viele reduz. Stoffe, z. B.PeS0 4; As 2 0 S0 2 , Oxalsäure, fällen aus neutraler oder saurer Goldlös. AuBis braunes, glanzloses Pulver, welches beim Reiben Metallglanz annimmt.

2. H 2 S fällt aus den neutralen u. sauren kalten Lös. der Goldverb.schwarzes Aurisulfid, AujS 3 , nebst Aurosulfid, Au 2 S, beide nur lösl. inKönigsw zu AuCl 3 u. in Alkali- u. Ammoniumsulfid zu Sulfauriten u. Sutfau-raten, z. B. KAuS u. KAuS 2 : aus heißen Lös. fällt H 2 S feinverteiltes Au nebst S.

3. Stannochloridlös. fällt aus Goldlös. eine purpurrote Adsorptionsverb.v on Zinnhydroxyden u. kolloidem Gold, als Cassiusscher Goldpurpur zurPorzellanmalerei u. Goldrubinglasdarst. dienend.

Dritte Abteilung: Organische Chemie.

Konstitution.

Die Zahl der bekannten Verb, des Kohlenstoffs ist viel größer (etwa190 000) als die der Verb, aller anderen Elemente zusammen (etwa 40 000),80 daß man dieselben gesondert als organ. Chemie betrachtet.

Nur etwa ein Fünfzigstel dieser Verb, kommt in der Natur vor, dieäderen sind synth. Produkte u. täglich werden neue dargestellt.

Die organische Chemie betrachtete früher nur die verbrennbaren^ßrb. des Pflanzen- u. Tierreiches, von denen man glaubte, allein der Lebens -Prozeß könne sie erzeugen; nachdem aber Wo hier 1828 den Harnstoff, ein^ebengprodukt, aufbauen lehrte, kam man zur Einsicht, daß für die Produkteder belebten und unbelebten Natur gleiche Gesetze gelten.

Am Aufbau org. Verb, boteiligen sich selten mehr wie 45 Elementeu - tausende bestehen nur aus C u. H u. heißen Kohlenwasserstoffen (= K.W.).

Hingegen ist die Zahl der Atome, welche die Mol. bildet, im Gegensatzsuanorg. Verb, oft sehr groß; z.'B.enthält Stearin C.,1 t 5 (C, S U 35 0.,) 3 ,173 Atome,das synth. erhaltene Depsid (C ä8 H 17 ü 7 ),C 12 U 15 O u sogar 402 Atome.

Hauptursache der großen Anzahl von C-Verb. ist dieEigenschaft der C-Atome, im Gegensatz zu den Atomena nderer Elemente, sich miteinander in fast unbegrenzterAnzahl verketten zu können. Diese Verb, sind fast alle beständig,fahrend die wenigen anorg. Verb, mit einer größeren Zahl gleicher Atome>ü der Mol. unbeständig sind (s. C1 2 0 4 , Na^O«. usw.).