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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
Entstehung
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Einleitung.

Allgemeines.

Wissenschaft u. Kunst im weitesten Sinne betrachtet, sind dieHauptfunktionen der Kultur, d. h. der Vervollkommnung alles Bestehendendurch menschliche Tätigkeit; man unterscheidet Geistes-, Natur- u. Ord-nungswissenschaften.

Philosophie erstrebt die Erkenntnis des Zusammenhangs alles phy-sisch und psychisch Seienden, daher auch des Zusammenhangs zwischenGeistes- u. Naturwissenschaften.

Naturphilosophie erstrebt die Erkenntnis des Zusammenhangs u.der Gesetzmäßigkeiten aller Naturerscheinungen.

Geistes- oder Kulturwissenschaften, z. B. Geschichte, Philo-logie, Theologie, Psychologie, Ethik, Ästhetik, umfassen die Gebiete derwissenschaftlichen Geistestätigkeit, welche auf Natur- u. Ordnungswissen-schaften keine Anw. finden.

Naturwissenschaften bezwecken die allseitige Erforschung derdurch den Menschen nicht veränderten Körper, sowie aller Stoffe u. Stoff-gemenge, u. ferner aller Erscheinungen (Vorgänge) in der das Einzelwesenumgebenden natürlichen Außenwelt, d. h. in der Natur.

Ordnungswissenschaften (mathemat. oder formale Wissenschaften)behandeln die Kaum- u. Zahlengrößen.

Stoff (Materie, Substanz) heißt alles Unbelebte u. in allen seinenTeilen Gleichartige (Homogene), mit mech. u. einfachen physik. Methodennicht mehr weiter in Ungleichartiges Zerlegbare, wenn man von seiner Mengea. von seiner äußeren Gestalt absieht.

Stoffgemenge sind, mit Ausnahme der Lös. (s. diese.), ungleichartig(heterogen), d. h. es sind darin die einzelnen Bestandteile durch ihre physik.Eigenschaften noch erkennbar u. mit mech. oder einfachen physik. Methodenirenubar.

Körper heißen die Lebewesen, sowie die Stoffe, wenn sie eine bestimmtbegrenzte (Testalt haben; z. B. sind Eisen, Glas, Marmor Stoffe, eine Eisen-schraube, ein Glasgefäß, ein Marmorkristall hingegen Körper; flüss. u. gas-förmige Stoffe treten dernentspr. nicht als Körper auf.

Naturerscheinungen heißen alle Veränderungen, welche sich nachdem Zeugnis der Sinne an Körpern u. Stoffen vollziehen; sie erfolgen nachunabänderlichen Gesetzen (Naturgesetzen) u. diese durch Beobachtunggewonnene Erkenntnis bildet die Grundlage aller Naturwissenschaften.

Sie beruhen auf einer Änderung der Eigenseh. der Stoffe, welche ent-weder durch Änderung der Stoffe selbst oder nur durch Änderung desZustandes der Stoffe bewirkt wird.

Eigenschaften eines Stoffes heißen seine mittelbaren oder unmittel-baren Einw. auf die Sinnesorgane u. dienen zu seiner Erk. u. Unterscheidung;

Atn »in. Repetita

18. Aufl.