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Repetitorium der Chemie : mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie des Deutschen Arzneibuches und anderer Pharmakopöen namentlich zum Gebrauche für Mediziner und Pharmazeuten
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Erste Abteilung: Allgemeine Chemie.

I. Stöchiometrie.

Die allgem. Stöchiometrie (S. 3) betrachtet die Gesetze, nachdenen ehem. Vorgänge in quant. Kichtung erfolgen, ferner die aus diesenGesetzen ableitbaren Theorien über den ehem. Aufbau u. über die gemein-samen ehem. u. physik. Eigensch. der Stoffe,sowie die Beziehungen zwischendiesen Eigensch. u. daher auch die für ehem. Vorgänge wichtigen physik.Eigensch. der Stoffe in ihren versch. Formarten u. Lösungsarten.

Die spezielle Stöchiometrie lehrt die Anw. der aus der quant.Zusammenstellung der Stoffe abgeleiteten Gesetze zu ehem. Berechnungen.

Einfache Stoffe und zusammengesetzte Stoffe.

Alle in der Natur vorhandenen homogenen Stoffe lassensich einteilen in zusammengesetzte u. einfache Stoffe.

Zusammengesetzte Stoffe oder Verbindungen heißen solchehomogene Stoffe, die durch ehem. Vorgänge noch in Stoffe zerlegbar sind,welche in ihren Eigensch. unter sich u. auch von den der ehem. Zerlegungunterworfenen Stoffen verschieden sind. (Stoffgemenge s. S. 1).

Einfache Stoffe oder Elemente (auch Urstoffe oder Grund-stoffe) heißen solche Stoffe, welche durch ehem. Vorgänge weder weiter zer-legt, noch erzeugt, zerstört oder umgewandelt werden können (Selbstzerstö-rung von Elementen s. Radiochemie).

Durch ehem. Vereinigung von zwei oder mehr ungleichartigen Elementenentstehen Verb.; bei dieser Vereinigung verschwinden die charakt. Eigensch.der einzelnen Elemente ganz oder teilweise, indem zusammenges. Stoffe mitneuen Eigensch. auftreten. Ferner können neue Verb, entstehen, indem siehVerb, mit Elementen oder mit anderen Verb. ehem. vereinigen.

Elemente bleiben bei ehem. Vorgängen ihrer Natur nach unver-ändert, was sich dadurch zeigt, daß sie sich aus ihren Verb, wieder auf ehem.Wege abscheiden lassen u. daß gewisse Zahlenwerte der Verb, als die Summeder Zahlenwerte der sie bildenden Elemente erscheinen.

Alle bis jetzt bekannten, teils in der Natur vorkommenden, teils künst-lich erzeugten etwa 40 000 anorg. u. etwa 190 000 org. Verb, werden ausden in u. auf dem Erdball sicher erkannten 87 Elementen gebildet, die Lebe-wesen u. die für diese unentbehrlichen Verb, jedoch nur von 14 Elementen,nämlich von Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel. Fluor,Chlor, Jod, Phosphor, Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Eisen.

Alle Elemente sind in drei Formarten, d. h. fest, flüssig u. gasförmig be-kannt; die in der Natur frei vorkommenden Elemente treten aber hier fast nurin einer dieser Formarten auf u. zwar 10 gasförmig, 2 flüssig, die anderen fest.

Etwa ein Drittel der Elemente kommt in der Natur gebunden u. frei

alle anderen nur gebunden.

Einige Elemente sind allgemein verbreitet, z. B. ist Sauerstoff frei inLuft, gebunden im Wasser u. in der Erdrinde enthalten; andere Ele-mente, z. B. Germanium, Gallium, kommen nur an einigen Orten u. in sehrgeringer Menge vor, wieder andere, z. B. Helium, Niton, Radium finden sich

vor

der