Tartarus depuratus pulveratus.
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Die Reinigung des Weinsteins von seinem Gehalte an weinsaurem Kalkeist von der Pharmacopoe für denjenigen Weinstein angenommen worden, derad usum pharmaceuticum bestimmt ist. Ausserdem führt aber dieselbe den ge-reinigten Weinstein im gepulverten Zustande als das Pulver des im Handel vor-kommenden krystallisirten Weinsteins auf. Diese Art des Ausdrucks ist undeut-lich. Wenn in der Receptur ebenfalls nur kalkfreicr Weinstein angewendetwerden soll, so musste der Text dieses Artikels anders abgefasst werden, und ermusste ausdrücken, dass das Pulver des vorigen Körpers auf jeden Fall mit Salz-säure zu reinigen sei. Da die Pharmacopoe zu ihren Präparaten Kali tartaneum,Natro-Kali lartaricum und Slibio-Kali larlaricum, selbst kalkfreien Weinsteinvorschreibt, so ist klar, dass sie die Defectur sieher in dem usus pharmaceulicuseinbegriffen hat. Hierbei hat es auch einen erweislichen Grund, indem die Prä-paration der genannten Salze eine andere und viel einfachere bei Anwendungkalkfreien Weinsteins wird. Unterdessen scheint dem Wortlaute der Pharma-copoe gemäss auch die Receptur zum usus pharmaceutkus zu gehören, obgleichnicht abzusehen ist. warum der schon seit Jahrhunderten gebrauchte CrcmorTarlari in seiner alten Form den Heilzwecken nicht mehr entsprechen soll.Jedenfalls ist zu rügen, dass die Pharmacopoe dieses nicht klarer ausgesprochenund hier einen Zweifel übrig gelassen hat.
Es wird Niemand in Abrede stellen, dass man auch bei Anwendung vonungereinigtem Weinstein klare und klarlösende weinsteinsaure Neutralsalze dar-stellen könne. Die vorherige Befreiung des Weinsteins vom Kalk ist also nureine Nützlichkeitsfrage, ob man auf die eine oder die andere Weise sich leichter,wohlfeiler und mit geringerer Arbeit und geringerem Verluste die genanntenPräparate im tadelfreien Zustande darstellen könne. Wir wollen zunächst dieseFrage übergehen, und die praktische und theoretische Seite dieser Operationgenauer betrachten.
Die Pharmacopoe lässt behufs der Entziehung des weinsauren Kalkes dengepulverten Weinstein mit seinem gleichen Gewichte destillirten Wassers anrüh-ren, dann '/,„ von dem Gewichte des Weinsteins an roher Salzsäure beimischen,das Gemenge dem Dampfbade aussetzen, über Nacht stehen und das mit destil-lirtem Wasser ausgewaschene Pulver troknen Diese Vorschrift ist ganz zweck-mässig. Ich will nur noch hinzufügen, dass man bei der Operation des Aus-waschen viel Zeit und Weinstein retten kann, wenn man sich der Deckungs-methode, wie beim Meliszucker, bedient. Man bringt den nassen Weinsteinbreiin thönerne Zuckerhutformen, oder auf grosse gläserne Trichter, oder Glas-flaschen mit abgesprengtem Boden, die man aus Unglücksfällen zu diesem Zweckezurecht gemacht hat, die alle unten mit einem Pausch Baumwolle verstopft sind,ebnet ihn oben vollständig, und bedeckt ihn mit einer runden Scheibe mit auf-stehenden Rändern von einem dichten schlecht filtrirenden Papiere, auf welchesman das verdrängende destillirte Wasser giesst. Es dringt nur sehr langsam•n den Weinstein ein, an allen Stellen vollkommen glefchmässig, und durchläuftdin in horizontal bleibenden Schichten, bis es unten sowohl mit Weinstein gesät-hgt, als mit der salzsauren Lösung beladen wieder herauskommt. Ich kann diesVerfahren bei Reinigung aller Salze nicht genug empfehlen. Ich habe die Er-fahrung gemacht, dass die Anschüsse von Tartarus nalronatus, welche dunkelgelb gefärbt aus der letzten Mutterlauge herauskrystallisirt waren, durch Zerrei-ben und Deplaeiren mit sehr geringem Verlust blendend weiss erhalten wurden.Das Verfahren lässt sich mit gleichem Vortheile bei jeder Menge des Salzes an-wenden, und eignet sich ganz besonders zum fabrikmässigen Betrieb. Sind diespäteren Salze einmal von Mutterlauge befreit, so ist es sehr leicht, sie in farb-losen Krystallen darzustellen.
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