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Oleum Papaveris.
in eine körnige Masse übergehend. Es wird in den wärmeren Thei-len von Europa aus den Früchten des obengenannten Baumes aus-gepresst; das zuerst beschriebene, welches das beste ist, und vonseiner Herkunft aus der französischen narbonnesischen ProvinzProvencer Oel genannt wird, soll zum inneren Gebrauche angewen-det werden.
Das Olivenöl kommt in verschiedener Güte und Reinheit im Handel vor.Das beste, oder Jungfernöl, wird durch ein gelindes Pressen erhalten. Darauferhält man durch stärkeres Pressen in der Wärme das gewöhnliche Baumöl,und zuletzt wird eine neue Portion Oel aus dein Kuchen durch Auskochen des-selben mit Wasser erhalten, wobei das Oel oben aufschwimmt und abgenommenwird. Das letztere wird nur zur Seife benutzt. Jedes Olivenöl hat einen schwa-chen eigenthümlichen Geruch; das am heissesten gepresste besitzt ihn im höch-sten Grade. Das schlechteste hat eine grünliche Farbe von aulgelöstem Chloro-phyll. Sein specif. Gewicht ist 0,91. Schon über dem Gefrierpunkte des Was-sers setzt es krystallinisehe Körner von Stearin ab, und zwar in um so grösse-rem Maasse, als es heisser gepresst worden ist. Bei —4,8" R. (—G" C.) setztes 28 Procent Stearin ab, und ein heissgepresstes Oel gesteht gänzlich. Durchnochmaliges Auspressen, Wiedersehmelzen und Gestehenlassen erhält man dasStearin immer reiner und schwerer schmelzbar, doch schmilzt es immer nochviel leichter als Talg, und ist also wahrscheinlich von anderer Zusammensetzungals das Stearin des Talges. In der S immerwärme schmilzt auch das ausge-presste und gereinigte Stearin de- Olivenöls. Man hat sich viele Mühe gege-ben, fremde Oele , die dem Olivenöle beigemischt sein können, zu entdecken-Diese Prüfungen sind sehr unsicher und beruhen meistens auf der Erhärtungdes Oeles durch Schütteln mit Salpetersäure, indem sich dabei eine neue Säure,Elaidinsaure, bildet. Allein jedes, auch verfälschte Olivenöl enthält eine gewisseMenge achtes, und zeigt dadurch ein gewisses Erhärten, was sich dem Gradenach nicht bestimmen lässt, und bei den verschiedenen ächten Oelsorten schonungleich ist. Auch bedingt ein Zusatz von thierischem Fett ein schnelleresGerinnen. Ein ähnliches Gerinnen, wie die Salpetersäure bewirkt, wird auchvon einer Lösung von salpetersaurem Quecksilberoxydul und Quecksilberoxydhervorgebracht. Allein diese Eigenschaft besitzen auch Ricinusöl, Mohn- undMandelöl, weshalb diese Probe viel von ihrer Zuverlässigkeit verloren hat. Esmögte also ein geübtes Auge und Geruchsorgan immer noch das beste (Krite-rium sein, weil eine unsichere Probe eher verwirrt als belehrt, und man hatdeshalb eine um so grössere Sorgfalt anl Aussuchen einer zuverlässigen undguten Bezugsquelle zu richten.
Das Batunöl hält sich länger, ohne zähe zu werden, als andere Pflanzen-öle, und es wird deshalb auch vielfach von Uhrmachern als Reibung vermin-derndes Mittel gebraucht.
Oleum Papaveris. SRofynöl.
Papaver somniferum TAnn. Pap.averaceae.
Ein fettes Samenöl, gelblich, von süssem Geschmacke, fast kei-nem Geruch.