Natrum phosphoricum. 167
schwefelsaure in der Lösung vorhanden. Es wird deshalb die erste Krystallisa-tion vorzugsweise aus phosphorsaurem bestehen, indem das schwefelsaure in derMutterlauge noch Wasser genug zur Lösung findet. In den späteren Krystalli-sationen ist auch schwefelsaures enthalten, da aber beide Salze nicht isomorphs wd, so krystallisiren sie nicht durcheinander, sondern nebeneinander, und esgelingt vollständig durch Lösen und wiederholte Krystallisation dieselben zu tren-nen. Wenn auch hier eine gewisse Menge phosphorsaures Natron in der Mut-terlauge neben dem schwefelsauren stecken bleibt, so ist doch die ganze Methodev iel wohlfeiler, als jene mit reiner Phosphorsäure, und da das ganze Präparat inabsoluter Reinheit erhalten werden kann, so ist es auch nicht möglich, nachherzu finden, auf welchem Wege das Salz bereitet worden ist. Es kann deshalb beieiner geübten Hand nichts gegen die Anwendung dieser Methode eingewendetwerden, vorausgesetzt, dass man ein gleich reines Präparat erziele.
Man hat sich Mühe gegeben, die unvermeidlich in der rohen Phosphorsäureenthaltene Schwefelsäure durch chemische Operationen auszuscheiden, ist aberdamit zu keinem befriedigenden Ziele gekommen. Eine Fallung mit Barytsalzenist sehr misslich, indem man eine andere Säure in die Lösung bringt, deren Na-tronsalz man ebenfalls durch Krystallisiren entfernen muss, oder indem manleicht einen Theil der Phosphorsäure mit der Baryterde ausscheidet. Wenn mandie rohe Phosphorsäure mit kleinen Mengen kohlensauren Baryts versetzt, soe ntsteht unter Aufbrausen schwefelsaurer Baryt und saurer phosphorsaurer Ba-'">'*• Man hat nun gar kein Zeichen, zu sehen, ob man genug kohlensaurenBaryt zugesetzt hat, weil bei jedem neuen Zusätze Auf brausen entsteht und maneine Vermehrung des Niederschlags nicht wahrnehmen kann. Es müssten also'"ntereinander mehrere Keaclionen mit abfiltrirter Flüssigkeit gemacht werden,°" im Filtrate Baryt durch schwefelsaure Salze nachgewiesen werden könnte,dasselbe findet beim Gebrauche von Schwefelbaryum Statt. Dieser Körper istauch leichter als kohlensaurer Baryt darzustellen. Es entwickelt sich Schwefel-Wasserstoff und nach dessen Verdunstung Jkann man mit kohlensaurem Natronallen. Nimmt man hier nicht ganz reines kohlensaures Natron, so verliert manden Zweck der ganzen Arbeit. Um alle diese minutiösen und in ungeübtenWanden sehr unsicheren Operationen zu umgehen, ist es zweckmässiger, gewöhn-liches kohlensaures Natron zur Sättigung zu nehmen, durch Krystallisation zureinigen, und einen kleinen Verlust von Salz in der Mutterlauge nicht zu achten.Ich will nur noch erwähnen, dass sich fertiges mit Glaubersalz verunreinigtesphosphorsaures Natron nicht durch Digestion mit phosphorsaurem oder kohlen-saurem Baryt reinigen lässt. Es findet hier keine Zersetzung Statt.
Das officinelle phosphorsaurc Natron enthält die gemeine oder sogenanntecPhosphorsäure, welche 3 Atome Basis zur Sättigung erfordert. Von diesen3 Atomen sind 2 durch Natron und 1 durch Wasser vertreten. Uebrigens sindnoch 24 Atome Krystallwasser darin enthalten. Das Salz verliert diese 24 AtomeJyystalhvasser, welche 00,2 Procent seines Gewichtes ausmachen, durch eine Er-sitzung bis etwa 240° R. (300° C.), und erst beim Glühen verliert es das eineAtom basisches Wasser, welches noch 2,51 Procent ausmacht.
Das Salz besteht aus 1 At. cPhosphorsäure (72), 2 At. Natron (62,4), 1 At.basischem Wasser (9) und 24 At. Krystallwasser (21G), hat also das Atomge-i t 35 9,4- Seine procentische Zusammensetzung ist also:
Phosphorsäure.....20,03
Natron....... 17,30
Basisches Wasser .... 2,50
Krystallwasser..... 00,11 __
100,00.