Natrum carbonicum depuratum.
Die Reinigung des kohlensauren Natrons findet am besten im Winter Statt,weil bei einer Starten Kälte viel mehr Salz aus der Lösung- herautkrystallisirt.In der wärmeren Jahreszeit muss man die Krystallisation im Keller vor sieh ge-hen lassen. Da es wichtig ist, die richtige Verbindung des Salzes mit Wasserdarzustellen, so muss man die Bedingungen der Krystallisation genau kennen.Aus einer in der Siedhitze gesättigten Lösung krystallisirt das achtfach gewasserteSalz heraus ; ebenso beim Erkalten des in seinem KrystaHwassi r durch Erhitzengeschmolzenen zehnfach gewässerten Salzes Aus einer verdünnten Losung desSalzes krystallisirt beim Erkalten das zehnfach gewässerte Sab Um deshalb dasrohe krystallisirte kohlensaure Natron durch Krystallisation zu reinigen, löse maneinen Thcil desselben in anderthalb i heilen Regenwasser durch Erhitzen aul, fil-tnre oder giesse durch dichte Leinwand, und lasse die Lauge in steinernen oderporcellanenen Schüsseln lange Zeit an einem möglichst kalten Orte krystallisircn.Die Krystalle sammelt man auf einem Trichter, lägst sie abtröpfeln und aut demTrichter selbst lufttrocken werden. Tn diesem Zustande Werden sie zum Aufbe-wahren weggeihan. Die Mutterlauge wird noch einmal eingedampft und der Kry-'♦allisation überlassen, und die Krystalle in gleicher Art behandelt. Die letzteMutterlauge, welche fast den ganzen Gehalt an Glaubersalz undjKochsalz enthält,stellt man gehörig bezeichnet zum gelegentlichen Gebrauche hin. Wenn sie klar1K *< so kann sie, selbst etwas gefärbt, zum Fällen von kohlensaurem Eisenoxydulverwendet werden. Die fremden Salze waschen sich da von selbst hinweg. Esl st klar, dass man sieh dieses Sa!/ eben so gut aus der calcinirtcn Soda bereitenkönne Man nimmt auf einen Thcil Salz ungefähr drei TheileRegenwasser, und^erfährt im Ganzen wie oben. Die Mutterlauge kann ebenfalls zu solchen Ope-rationen verwendet werden, wo zuletzt eine Auswaschung stattfindet, und die bei-den fremden Natronsalze nichts schaden können.
Das zehnfach gewässerte einlach kohlensaure Natron krystallisirt in grossen'''"'' bsichtigen Krystallen. Es hat ein specii Gewicht von 1,423 Es schmilzt beigelinder Wärme unter Ausscheidung eines Salzes mit 1 At. Krystallwasser zu einerFlüssigkeit, welche mehr als fO At. Wasser enthält, und die bei 2(1,8" K. (33,5° C.)wieder erstarrt Rci zunehmender Warme schmilzt das Salz vollständig im Krystall-wasser, und indem sich beim Erkalten das achtfach gewässerte Salz ausscheidet, er-starrt die übrige Flüssigkeit nicht mehr Es löst sich in zwei Theilen kaltem, inviel weniger als einem Theile heiesem Wasser. Es verwittert stark an trockenerLuft. Es besteht aus 1 At. Natron (31,2), 1 At Kohlensäure (22) und 10 At. Was-ser (80), hat also das Atomgewicht 148,2. Es enthält (12,85 Procent Wasser.
Die Pharmacopoe verlangt keine absolute Reinheit, sondern nur eine prak-tisch mögliche, und dies ist bei einem Salze, welches bei den meisten Arbeitengar nicht in der Substanz bleibt, sondern nach eingetretener alkalischer Wirkungwieder entfernt wird, vollkommen hinreichend.
Em das kohlensaure Natron auf schwefelsaure Salze oder Chlornielalle zu prü-fen, muss es erst gelöst und mit reiner Salpetersäure übersättigt werden, liaryt-salze geben alsdann den bekannten weissen Niederschlag. Er darf bei dem gerei-nigten Salze nicht stark sein sondern nur höchstens als eine Trübung sich zeigen.
Ebenso zeigt, nach vorhergegangener Uebersättigung mit Salpetersäure, Sil-bersalpeter oder Quecksüberoxydulsalpeter durch einen weissen Niederschlagden Gehalt an Chlormetallen an. Auch dieser darf nur sehr gering sein. Schwe-felnatrium würde durch eine schwarze Färbung eines mit Bleiweiss überstriehenenüapieres erkannt werden
Zu analytischen Zwecken gebraucht man ein ganz reines Salz. Dieses wird zweck-mässig, nach Wackenroder, dargestellt, indem man eine Losung von 1 Salz in 2Wasser bei 0,4° IL (—8" C.) frieren und bei -(-. g" R. (io°G) aufthauen lässt.Das ausfliesseiidc Wasser nimmt die schwefelsauren Salze und das Kochsalz mit.Mohr, Commentar. II. H