■
Acidum metatartaricum — Acidum olemicum.
1615
auf einen Gehalt an gewöhnlicher Weinsteinsäure; sonstigePrüfung wie dort S. 278.
Aufbewahrung: in trockenen, luftdicht verschlosse-nen Gläsern.
Acidum oleinicum.
C 3G H 34 0 4 = C 36 H 33 0 3 , HO = 282.
Bildet im reinen Zustande in der Kälte weisse, harte,krystallinische Massen oder Nadeln, die schon bei 14°zu einer wasserhellen, geruch- und geschmacklosen, bei4° wieder erstarrenden, neutralen, nicht in Wasser, leichtin Alkohol und Aether löslichen, mit Oelen mischbarenFlüssigkeit schmelzen. Ist im starren Zustande luftbestän-dig, oxydirt sich aber im flüssigen an der Luft raschunter gelblicher oder bräunlicher Färbung und Erniedri-gung des Schmelzpunktes um mehrere Grade, und nimmtdabei saure Reaction und ranzigen Geruch an. Sie fandvorübergehend Anwendung zur Darstellung der sogenann-ten Oleate, d. h. Verbindungen von Oelsäure mit Basen,namentlich mit Alkaloiden und mit Quecksilberoxyd.
Die rohe Oelsäure des Handels dient zur Darstellungdes Heftpflasters. Sie enthält Stearin- und Palmitinsäurein wechselnden Mengen, wodurch ihr Schmelzpunkt umeinige Grade erhöht wird. Bei 15 —16° bildet sie eineölige, gelbe bis braungelbe, schwach sauer reagirendeund etwas ranzig riechende Flüssigkeit, die sich, nöthigen-falls bei gelinder Erwärmung, mit ihrem gleichen VolumSpiritus von 0,83 klar mischen lässt; und durch kohlen-saures Kali bei gelinder Erwärmung vollständig verseiftwird, so dass 10 Th. Oelsäure, 3 Kali carbonicum, 25Wasser und 25 Spiritus eine nach dem Entweichen derKohlensäure klare und nur wenig gefärbte Lösung geben,aus der sich kein unverseiftes Oel oder Fett abscheidet.
Die Brauchbarkeit käuflicher Oelsäure zur Darstellungdes Heftpflasters prüft man am „besten direkt durch Er-hitzen eines kleinen, durch sorgfältiges Mischen erhaltenenDurchschnittsmusters mit Bleiglätte. Die bei gewöhn-