Druckschrift 
2 (1875)
Entstehung
Seite
1362
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

1362

Tubera Salep.

I

f Tubera Salep.

Radix Saleb Neerl. Salep Franc. Radix Salep.

Germ. Austr. Helv. Neerl. Norv. Franc.

Orcliis Morio Linn. et aliae species generis Orchidis.

Unregelrnässig eiförmige oder längliche, ganze, seltenerhandförmig getheilte, 1 — 2\ Cm. lange, etwas durchscheinende,sehr harte, schwere, mehr oder minder runzlige Knollenvon kornartiger Festigkeit und von schmutzig weisser oderweisslich-bräunlicher Farbe, gepulvert mit Wasser einen Schleimbildend. Geruchlos, im gepulverten Zustande von schwa-chem, mildem Geruch, und von fadem, schleimigem, nichtbitterm Geschmack.

Man hüte sich vor einer Beimischung von Colchicum-Zwiebeln (S. 399), die viel weniger hart sind, mit heissemWasser keinen Schleim geben, und bei sonst guter Be-schaffenheit einen bittern und scharfen Geschmack be-sitzen. Die Neerl. führt auch die Tubera Ari (S. 1359)als Verwechselung oder Verfälschung an.

Salep mit ungetheilten Knollen wird hauptsächlichgewonnen von Orchis Morio, mascula, militaris, ustulataLinn. und Anacamptis pyramidalis Rieh.; Salep mit ge-theilten Knollen, von geringerem "Werthe, von Orchismaculata, latifolia Linn. und Gymnadenia conopsea R.Brown.

Der levantische oder orientalische Salep von Eulo-phia vera u. a. ist mehr länglich, doppelt so gross unddunkler, als der deutsche und französische Salep.

1 Gramm Saleppulver soll mit 40 Gramm kochendemWasser eine Gallerte geben (Austr.); 1 Tb.. Saleppulversoll mit 50 Th. kochendem Wasser eine nach dem Er-kalten steife, geschmacklose und nur leicht gefärbte Gal-lerte liefern (Helv.).

1 Th. fein gepulverter Salep, mit etwas kaltem Wasserangerührt, darnach mit kochendem Wasser übergössenund bis zum Erkalten geschüttelt, muss 100 Th. einesdicken, gleichmässigen, halb durchscheinenden Schleimesgeben, in welchem sich binnen Tagesfrist kein Bodensatz