Myrrha.
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Die Myrrhe bläht sich beim Erhitzen auf, ohne zuschmelzen, und giebt dabei leicht entzündliche, mit leuch-tender und russender Flamme verbrennliche Dämpfe;brennt auch, in Stücken an der Flamme entzündet, ruhigfort. Der Bruch ist feinkörnig und nur von mattem Glanz,nicht glatt oder muschlig; Härte und Zusammenhang derSubstanz ist gering, so dass sich schon mit dem Finger-nagel leicht Theilchen ablösen, und mit den Fingern dieeinzelnen Stücke zerbrechen lassen. Beim Zerreiben imMörser erhält man ein feuchtes Pulver, welches sich mitWasser zu einer gleichmässigen Emulsion von weisslicherbis bräunlicher Farbe verreiben lässt. Entwickelung vonAmmoniak beim Erwärmen mit Kalilauge habe ich nichtwahrnehmen können. Oefter findet man Stücke, die imBruch fast ganz weiss erscheinen, die sog. weisse Myrrhe,deshalb aber nicht unächt sind, sondern die weisse Farbewahrscheinlich nur einem Wassergehalt verdanken. Zuder Salpetersäureprobe benutzt man entweder die Tink-tur oder die Myrrhe in Substanz, fein zerrieben und mitetwas Alkohol angerührt, oder man taucht in die wein-geistige Lösung einen Streifen Filtrirpapier; auf Zusatzvon ein wenig Salpetersäure von 1,18 —1,20 findet dannallmälig, von der Oberfläche ausgehend, eine erst rosen-rothe, nach und nach in ein schmutziges Violett über-gehende Färbung statt, die im Lauf einer halben bis gan-zen Stunde ihre grösste Intensität erlangt, und dann,auch beim Erwärmen, ziemlich constant ist. Gute Myrrheenthält mehr in Wasser, weniger in Alkohol lösliche Be-standteile, als minder gute Sorten (vgl. Extractum undTinctura Myrrhae).
Die Verfälschung der Myrrhe mit Bdellium, arabi-schem, Senegal- und Kirschgummi, Harzen u. dgl. istetwas sehr gewöhnliches; häufig werden solche Beimen-gungen mit einem weingeistigen Auszug von ächter Myrrhegetränkt; auch, wie es scheint, mit gröblichem Myrrhen-pulver überzogen, denn man findet nicht selten Stücke,die auf der Oberfläche alle Kennzeichen der Myrrhezeigen, im Innern aber aus heterogenen Körpern bestehen.
Hirsch Prüf. etc. 58
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