Menthon: Optische Isomerien
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propylgruppe; es hat aber die eis- und trans-Stellung keinen weiterenEinfluß, da ja von der Lagerung der Isopropyl- bzw. Methylgruppe anderselben oder entgegengesetzten Seite der durch die sechs Kohlenstoff-atome des Ringes gelegten Ebene die Stärke und Art der Drehung her-vorgerufen wird.
Beckmann (A. 250, 325) gewinnt ein 1-Menthon durch Oxydation desMenthols analog den Versuchen von Moriya und Atkinson und Yoshida.B. konstatiert, daß das verschiedene Drehungsvermögen der Menthonedurch die bei der Oxydation verwandte Schwefelsäure oder Essigsäureusw. beeinflußt wird. B. wendet die nach ihm benannte Mischung vonKaliumbichromat und Schwefelsäure usw. an (vgl. Originalarbeit); er gewinntMenthone mit [«] D = -24,78 bis -28,46°, so daß er für reines 1-Menthonk b =— 25,25° und \a] D = —28,18° angibt. Das 1-Menthonoxim hierausschmilzt bei 58° und zeigt [a\ D = —42,51°. Das Rechts-Menthon gewinntB. aus dem Links-Menthon, indem er die Invertierung am vollkommenstenmit Hilfe von konz. Schwefelsäure durchführt; er findet für Menthon[V]^ = + 26,33° bis +28,14°. Das d-Menthonoxim ist im Gegensatzzum 1-Menthonoxim flüssig und hat [a] D = —4,85°. Schließlich berichtetB. (a. a. 0., S. 342) über die „teilweise Überführung der Menthone ineinander,Menthongemenge". Durch Vermischen gleicher Mengen verschwindet fastdie Aktivität. Durch Behandlung mit Hydroxylamin resultiert zuerst einOl, aus welchem normales 1-Menthonoxim auskristallisiert. B. läßtwäßrige Schwefelsäure auf 1-Menthon einwirken und erhält je nachTemperatur und Zeit schwächer links- oder rechtsdrehendes Menthon.Durch Behandlung von d-Menthon mit verdünnter Schwefelsäure gewinntman wiederum schwächer rechts- bzw. linksdrehendes Menthon. Salz-Und Essigsäure verhalten sich analog. Auch Basen, wie wäßrige oderalkoholische Kalilauge oder Natriumalkoholat, bewirken analoge Inver-tierungen. Beines Wasser bewirkt bei höherer Temperatur im geschlossenenRohr ebenfalls Invertierung, natürlich bedeutend schwächer, wobei auchdie Natur des Glases eine Rolle spielt. Auch bei andauerndem Erhitzender Menthone für sich in Glasröhren findet schon weit unterhalb desSiedepunkts starke Invertierung statt. Über die theoretische Deutungdieser Umwandlung vgl. alsdann a. a. 0., S. 360. Der Nachweis des1-Menthons wird am besten dadurch geführt, daß man das vorliegende■Keton mit Natrium und Alkohol zu 1-Menthol reduziert, das durch den°ei 54° schmelzenden Benzoesäureester zu charakterisieren ist (vgl. Beck-mann und Pleissnee, A. 262 [1891], 31).
Das von Beckmann erhaltene 1- und d-Menthon stehen sich in ihrenPhysikalischen Daten außerordentlich nahe und man könnte nach den Aus-einandersetzungen annehmen, daß es optische Antipoden wären; dies istJedoch nicht der Fall, wie die aus dem 1- und d-Menthon erhaltenen^xime zeigen, von denen das eine fest ist und sehr schön kristallisiert,Während das andere flüssig bleibt, außerdem dreht das erste bedeutendstärker nach links als das zweite nach rechts. Hieraus müssen wir folgern,daß w i r es nicht m it optischen Antipoden zu tun haben, sondern daß