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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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a) Adstringentia anorganica. Bleipräparate.

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tionen, wie auch solcher Allgemeinerkrankungen, die mit Erschlaffungder Gewebe, passiven Ausdehnungen der Gefässwände, Blutungen undserösen Ausschwitzungen (Scorbut, Hydrämie etc.) einhergehen; 4. alsDeck- und consolidirende Mittel bei Schleimhautauflockerung,Zellenwucherungen, Gefäss- und Bindegewebsneubildungen, 5. zumZwecke der Beseitigung durch Gährung und Fäulniss bedingterkrankhafter Zustände, als Schutz- und Heilmittel bei eiteriger undjauchiger Schmelzung, sowie septischem Zerfalle der Gewebe; 6. alsAn tiparasitica gegen pflanzliehe und thierische Schmarotzer, nament-lich Darmwürmer (die wirksamsten Tänienmittel verdanken ihre Wirk-samkeit theilweise dem hohen Gerbstoffgehalte); 7. als Antidota(pag. 122).

a) Adstringentia anorganica.

Plumbum, Blei und seine Präparate.

Die entfernte Wirkung des Bleies gestaltet sich für die verschie-densten Verbindungen und Aggregatzustände in nahezu gleicher Weise.Auch in kleinster Menge dem Körper längere Zeit zugeführt, ruft eseinen durch charakteristische Erscheinungsgruppen sich kennzeichnendenErkrankungszustand hervor, den man chronische Bleivergiftung(Saturnismus chronicus) nennt.

Die Eingangspforte für das Metall sind hauptsächlich die Schleim-häute des Verdauungsapparates und der Luftwege. Im Magen ist esdie freie Säure, im Darmcanale und den Respirationsorganen sind esdie alkalischen Secrete derselben, welche das bei Gegenwart vonSauerstoff sich oxydirende Blei, sowie seine in Wasser unlöslichen Ver-bindungen zu lösen und mit Hilfe der eiweissartigen Substanzen in einder Resorption zugängliches Albuminat umzuwandeln vermögen, welchesnun mittels der Lymphbahnen in den Kreislauf gelangt. Mit dem Proto-plasma der Zellen geht Blei eine unlösliche, seine Lebensfähigkeit ver-nichtende Verbindung ein (A. Hojfa 1883).

Den meisten Widerstand bietet der Resorption des Bleies die unverletzte Haut.Selbst nach länger dauerndem Contacte von über grossere Hautflächen applicirten Blei-präpaiaten kommt es nach Beobachtungen an Menschen und Thieren kaum je zu einerausgesprochenen Bleiintoxication (Monnerau u.a.), so lange die Haut keine die Re-sorption begünstigenden Veränderungen erleidet (L. Leivin 1883). Nur wenige Fälle sindverzeichnet, wo eine länger fortgesetzte Anwendung von Bleimitteln (Bleiwässer, -Pflaster,-Salben etc.), selbst auf excoriirten oder wunden Theilen, chronischen Saturnismus zurFolge gehabt hatte.

Ungeachtet bedeutender Affinität löslicher Bleisalze zu den meistenOrgan- und Säftebestandtheilen des Körpers und der Löslichkeit derBleialbuminate in den Körpersäften bei saurer sowohl als alkalischerßeaction, wie auch im Ueberschusse löslichen Eiweisses, gelangt selbstvom Magen- und Darmcanale aus, was übrigens auch für andereschwere Metalle mehr oder weniger Geltung hat, immer nur ein sehrkleiner Theil zur Resorption.

Noch schwieriger aber wird das aus dem Blute in die verschiedenenOrgane abgelagerte Blei in den Kreislauf wieder zurückgeführt und mitHilfe der Ausscheidungsorgane zur Ausfuhr gebracht. In dieser eigen-tümlichen Accumulation oder Localisation des Bleies im Körper liegtoffenbar die Erklärung einerseits für den langwierigen Bestand beispätem Zustandekommen der Bleierkrankung, deren charakteristische

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