<•) Amara mucilaginosa, Schleimige Bittermittel.
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und Nordamerikas auf Gebirgen massenhaft vorkommende Flechte ansder Familie der Kamalineen.
Ihr rinnenförmig eingerolltes, aus schmälerem Grunde allmählich verbreitetes.Rnregelmässig dichotom zerschlitztes Lager ist beiderseits kahl, am Rande gewimpert,von bräunlichgrttner, bräunlicher oder kastanienbrauner Farbe, stellenweise weisslich-gran, am Grunde oft blutroth angelaufen, knorpelig-steif, aufgeweicht lederartig, geruch-los, von schleimigem und bitterem Geschmack.
Der Hauptmasse nach besteht die Isländische Flechte aus dem KohlehydratLichenin (Flechtenstärke, nach Knop und Sehnedermann 70°/ 0 ). Von ihm ist derschleimige Geschmack der Droge und ihre Eigenschaft abhängig, beim Kochen mitWasser eine schleimige Flüssigkeit zu liefern, welche, wenn genügend concentrirt, beimErkalten gallertig gesteht. Der Träger des bitteren Geschmackes ist ein besonderer, alsCetrarin (Gelrarsäure) bezeichneter krystallisirbarer Bitterstoff (von Rigatelli undMiilliT einmal als Antiperiodicum statt Chinin empfohlen und versucht), welchen mandurch Behandeln mit etwas alkalihaltendem Wasser der Flechte entziehen kann.
In nordischen Gegenden, z B. in Island, als Arzneimittel und in Zeiten derNöth als Nahrungsmittel (gepulvert mit Mehl gemischt zu Brot verbacken oder mitMilch verkocht) längst benutzt, wurde die isländische Flechte ärztlicherseits, wie esseheint, zuerst von Hjäme (1683). namentlich als Mittel gegen Lungenphthise hervor-gehoben, aber erst im 18. Jahrhundert vorzüglich durch Linnd's und Scopoli's An-empfehlungen in den europäischen Arzneischatz eingeführt.
Ihre Wirkung und medicinische Anwendung beruht einerseits aufihrem reichen Gehalt an Lichenin, als schwach nährendes, reizmilderndesund einhüllendes Mittel bei Reizungszuständcn der Respirationsorganeund des Darmcanales, besonders bei Phthisikern, andererseits auf ihremGehalte an Cetrarin als Tonico-Amarum. Je nach der Arzneiform istsie bald blos Amarum (z. B. im Macerat. oder Infus.. welches haupt-sächlich nur Cetrarin enthält), bald ausschliesslich oder vorwaltendNutriens-Mucilaginosum (Zubereitungen der vom Bitterstoff befreitenDroge, Gelatinen, durch das in Lösung übergeführte Lichenin), baldbeides zugleich (Decoct aus der nicht präparirten Flechte).
1 ntern meist im Decoct (8,0—10,0 auf 200,0—300,0 Col.), seltenerim Infus, oder in Gallerte (1:3—6). Fast nur noch Volksmittel. Rp. 157.
Gelatina Lichenis Islandici, Isländische Flechtengallerte. NachPh. A., Edit, VI. 10,0 mit kaltem Wasser gewaschen. Lieh. Isl. mit 300,0 Wasser auf*>0.0 Col. eingekocht und diese nach Zusatz von 10,0 Sacchar. auf 40,0 eingedickt.
Erwähnenswerth als Volksmittel sind: Lieben pulmonarius, Lungen-tlech.te, Luugenmoos, die ganze getrocknete Flechte Sticta pulmonacea Ach.,häufig in unseren Wäldern vorkommend, mit flach ausgebreitetem, laubartigem, imLnuisse stumpfgelapptem, lederartigem, oberseits braunem oder braungrünem Lager, die°er Cetrarsäure analoge Stictinsäure enthaltend. Volksmittel bei Lungenleiden.
Lieben parietinus, Wandflechte, die überall an Baumrinden, Planken.Steinen etc. vorkommende Ph y sc ia parietin a Koerb. mit rosettenförmig ausgebreitetem,dai'liziegelig-gelapptein, oberseits gelbem oder orangegelbem Lager und zahlreichensr hiisseiförmigen Apothekien, interessant durch den Gehalt an Chrysoph ansäure(Parietinsäure), vor Jahren als Chinasurrogat empfohlen und gegen Diarrhöen undDysenterie benützt.
80. Folia Farfarae, Huflattigblätter. Ph. Germ. Die getrock-neten Blätter von Tussilago Farfara L., einer bekannten einheimi-schen Composite.
Sind durchaus grundständig, langgestielt, im Umrisse kreisrund-herzförmig. aus-geschweift-gezähnt, oberseits kahl, dunkelgrün, unterseits locker- bis dichtfilzig. Geruchlos.wtter und herbe schmeckend. Enthalten Bitterstoff, Schleim. Gerbstoff.
Intern im Aufgusse oder Decoct zu 10,0—15,0 auf 100,0 Col.als reizmilderndes und expectorirendes Mittel. Gewöhnlich nur alsVolksmittel. Bestandtheil der Species pectorales Ph. Germ. Extern zu''''weichenden Umschlägen, Einspritzungen, Clysmen.