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Bernatzik-Vogl's Lehrbuch der Arzneimittellehre : mit besonderer Berücksichtigung der österreichischen und deutschen Pharmakopoe
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b) Fettmittel ans dem Thierreiehe.

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eeutisch benützt werden. Ist in die Ph. A. aufgenommen als Bestand-theil der Suppositoria Glycerini.

64. Lanolinum (Adeps Lanae hydrosus), Lanolin. Ph. A. Eineeigentümliche, aus dem reinen Wollfett durch Einkneten von Wasserhergestellte, von Liebreich 1885 als Salbengrundlage empfohlene Sub-stanz, welche ein Cholesterinfett darstellt.

Das Lanolin ist weisslich, fast geruchlos, von salbenartiger Con-sistenz und neutraler Eeaction. Im Wasserbade schmilzt es bei circa40° C. und scheidet sich dabei in eine klare wässerige Schicht undoben aufschwimmendes wasserfreies Wollfett, Avelehes in Aether, Benzol,Chloroform und Aceton vollständig, in eoncentrirtem Weingeist schwerund nur zum Theile, in Wasser gar nicht löslich ist.

Das reine wasserfreie Wollfett, Adeps Lanae (Lanolinunianhydricum), besteht aus Cholesterin- und Isocholesterinäthern der höherenfetten Säuren; es bildet eine gelbliehe, durchseheinende, hei 38—40°schmelzende Masse und ist ganz besonders durch die Eigenschaft aus-gezeichnet, beim Zusammenkneten mit Wasser, ohne Aenderung seinersalbenartigen Consistenz, mehr als sein gleiches Gewicht (ca. 105%)Wasser aufzunehmen.

Das bei der Reinigung der Schafwolle in den Wollwäschereien sich ergebenderohe Wollfett (Wollschweiss) wurde bereits 1803 von i r (iin/iii-/iii und 1828 vonCherreuil chemisch untersucht, aber erst 1868 fand /•'. Harlmann, dass es neben freienFettsäuren und Glycerinfetten im wesentlichen aus Fettsäureverbindungen des Chole-sterins bestehe, und K. Schulze (1870) zeigte, dass ausserdem darin Fettsäureverbin-dungen des IsoCholesterins enthalten sind. Liebreich fand sodann (1885) Chole-sterinfette in allen von ihm untersuchten Keratingeweben, wies die Entstehung der-selben in den Keratinzellen selbst und damit ihre physiologische Bedeutung für dieseGewebe nach.

Zwar war das Wollfett in wenig gereinigtem Zustande seit dem Alterthum(unter dem Namen Oesypum oder Oesypus) bis zum Ende des vorigen Jahrhundertstherapeutisch und kosmetisch benützt,. Es verschwand aber seither aus dem euro-päischen Arzneischatze und seine Wiederaufnahme in denselben war erst möglich durch'las Gelingen der Keindarstellung dieses Steifes In den Details ist diese allerdings nicht'"'kaum gemacht, im allgemeinen aber bestellt dieselbe darin, dass zunächst zur Be-seitigung der verunreinigenden Fettsäuren das rohe Wollfett mit wässerigen Act/.- oderkohlensauren Alkalien behandelt und dabei durch die Verseifung der beigemischtenFettsäuren (deren Menge bis 30% beträgt) emulgirt und in eine der Kuhmilch ähnlicheFlüssigkeit verwandelt wird. Durch Centrifugirung scheidet sieh diese Wollfettmilch(analog der Kuhmilch) in zwei Schichten, von denen die obere (der Rahmschicht ent-sprechende) die Cholesterinfette . die untere (der Magermilch entsprechende) die Fett-sauren als Seifenlösung enthält. Aus ersterer wird mittels kalkhaltigen Wassers oderChlorealcium das Roh-Lanolin ausgefallt und aus diesem durch wiederholtes Uni-j" : '' ......Izen und Auswaschen das gereinigte Wollfett gewonnen, welches durch Ein-kneten von Wasser das sogenannte centrifugirte Lanolin gibt. Aus diesem wird aufZiemlich umständlichem Wege erst das chemisch reine, geruchlose Wollfett dargestellt""'I durch Einkneten von Wasser in das officinelle Lanolin übergeführt. (Vergl. B. Fischer,Me neuereu Arzneimittel. 1889, 3. Edit.)

Das Lanolin findet eine analoge Anwendung wie die Glycerin-fette und andere Körper dieser Abtheilung von derselben Consistenz.

Besonders als Salbengrundlage wird es gerühmt und als Vorzüge desselbengegenüber anderen Salbengrundlagen werden besonders hervorgehoben: 1. Seine che-mische Beständigkeit, indem es selbst bei längerer Aufbewahrung nicht, ranzig wird.-■ Seine Imbibitionsfähigkeit für die äussere Haut, indem es sich sehr leicht in dieHaut einreiben lässt. Eine 5%ige Carbol-Lanolinsalbe, erbsengross auf der Hand ver-rieben, mft nach 1—2 Minuten ohne Aetzung Gefühl von Taubheit hervor und eine* UD limat-Lanolinsalbe zeigt die stattgefundene Eesorption so rasch an, dass beimVerreiben einer Salbe von 1:1000 schon nach wenigen Minuten der charakteristische,

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