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9. Die nachstehenden, nach Phasinart dargestelltenzwei Stoffe aus Samen von Papilionaceen.
a) Das Hämolysin der Kundebohne, Vigna sinensisEnal. Sie ist eine in Vorderindien heimische krautige Pflanze,die in massigem Grade auch als Schlingpflanze bezeichnet werdenkann. Sie ist die am weitesten verbreitete Bohnenart Afrikas.Sie existiert in verschiedenen Varietäten, die sich durch dieFarbe der Samen unterscheiden. Die aus Amani bezogenen,im frischen Zustande gelbweiss aussehenden Samen der Stamm-art wurden, nachdem ich sie längere Zeit aufgehoben hatte,gelbbraun. Diese Pflanze gedeiht am Kilimandscharo bis zueiner Höhe von 2000 Metern. Sie hat für Ostafrika als Futter-pflanze Bedeutung.
Honcamp und seine Mitarbeiter 1 ) scheinen die ersten ge-wesen zu sein, die die Pflanze chemisch analysierten. Der vonihnen gefundene hohe Eiweissgehalt (30.26—30.94 % Eohprotein)zeigt, wie wichtig ihre Samen für die Ernährung sind. DasFett wurde von C. C. Gbimme dargestellt und hinsichtlich seinerKonstanten geprüft.
Ich selbst prüfte die Samen auf ihren Phasingehalt anneun verschiedenen Blutarten und fand bei Hühnerblut über-haupt keine deutliche Wirkung, bei Meerschweinchenblut,Kaninchenblut, Menschenblutkörperchen, Meerschwein-blutkörperchen, Pferdeblutkörperchen, Hundeblut,Katzenblut, Katzenblutkörperchen, Pattenblut, Einder-blut, Kalbsblut und Igelblut aber deutliche Hämolyseohne Agglutination. Sehr beträchtlich ist diese Wirkung freilichbei keiner einzigen Blutart. Bei den meisten 2 %igen Blutartenmuss die Konzentration des Vignahämolysins 1: 40 betragen, umtotale Hämolyse hervorzurufen.
b) Dass im Besenkraut, Sarothamnus scoparius siveSpartium scoparium L., Spartein und Scoparin enthaltensind, ist allgemein bekannt. Nach G. Dragendobff 2 ) soll auchCytisin als drittes Alkaloid darin gefunden worden sein. EineUntersuchung der Samen auf Phasine scheint bisher noch niemandvorgenommen zu haben. Ich habe eine Substanz nach Phasin-
3 ) Pharmaz. Zentralhalle Jahrg. 52, 1911, S. 1148.*) Die Heilpflanzen der verschiedenen Völker und Zeiten (Stuttgart1898), S. 313.