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schwamm und das chemisch reine agarizinsaure Kalium vonneuem untersucht und gefunden, dass der Lärchenschwammnoch bei 1:10000 und das agarizinsaure Kalium bei1:50000 auf alle Blutarten hämolytisch einwirkt.
5. Die Alkalisalze einiger gesättigten und unge-sättigten Fettsäuren, die in Pflanzen allerdings meist alsTriglyzeride enthalten sind, aber durch präformierte Lipasenleicht abgeschieden werden.
6. Die Lezithine der Pflanzen wirken teils an sich, teilsdurch einzelne ihrer Spaltungsprodukte, d. h. durch gewisseFettsäuren, hämolytisch. Da die Samen meist reich an Lezithinenund Phytosterinen sind, müssen diese beiden Klassen von Stoffenfür die Prüfung auf Agglutinine und Hämolysine nach Möglich-keit ausgeschlossen werden. Die Phytosterine hindern diehämolytische Wirkung vieler Substanzen, so z. B. die allerSaponine.
7. Die Alkalisalze der Helvellasäure der frischenLorchel, Helvella esculenta. Beim Trocknen wird sie un-wirksam.
Alle unter 1—7 genannten Stoffe sind thermostabil, d. h.sie behalten auch beim Erhitzen ihrer Lösungen ihre hämolytischenEigenschaften, während die jetzt folgenden Stoffe thermolabilsind, d. h. ihre Lösungen verlieren die Fähigkeit zu hämolysierenschon durch einstündiges Erhitzen auf 70°.
8. Das Amanitahämolysin des Knollenblätter-schwamms ist von mir 1 ) vor zwanzig Jahren entdeckt und alsPhallin beschrieben worden. Es ist dann weiter von Abelund Fobd 2 ) sehr eingehend studiert und als Glykosid bezeichnetworden. Fe. Rabe 3 ) dagegen ist meiner Ansicht beigetreten,dass es kein Glykosid ist, und dass es bei höherer Temperaturseine Wirkung völlig verliert. Ich rechne es in dieselbe Klassevon Stoffen, in welche das Kizin gehört, und zweifle auch nichtdaran, dass eine Immunisierung dagegen möglich ist.
*) St. Petersburger med. Wochenschr. Jahrg. 16, 1891, S. 463 u. 471;Korresp.-Bl. des Mecklenburgischen Ärztevereinsbundes Jahrg. 1911, No. 323.
2 ) Journal of biolog. Chemistry vol. 2, 1907, S. 273; Arch. f. exp.Path. u. Pharm. Festband zur Sclimiedebergfeier 1908, S. 8; Journal of biolog.Chemistry vol. 3, 1908, S. 297; Journal of Pharm, and exp. Ther. vol. 2,1910, No. 2, S. 145 und No. 4, 1911, S. 285.
3 ) Beiträge zur Toxikologie des Knollenblättersehwammes. Zeitschr.f. exp. Pathol. u. Ther. Bd. 9, 1911.